Ab in die Wanne

Herrlich, so ein heißes Bad. Badezusätze helfen dabei zu entspannen, aber sie können noch viel mehr. Ein Überblick

Ab in die Wanne

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Für viele ist ein warmes Wannenbad das Schönste an der kalten Jahreszeit. Ob es die Haut reinigt, sie pflegt oder einen besser durchatmen lässt, hängt vor allem davon ab, was Sie ins Wasser geben.

Die Gesundmacher

Heilen und Beschwerden lindern – das sind die Aufgaben von Arzneibädern. Einige sind als Arzneimittel zugelassen und darum apothekenpflichtig. Solche Bäder müssen einen Mindestgehalt wirksamer Bestandteile liefern, und diese müssen den Vorgaben des europäischen Arzneibuchs oder vergleichbarer Arzneibücher entsprechen. „Der Käufer kann sich auf eine Mindestqualität verlassen und ein Effekt ist sichergestellt“, sagt Dr. Uwe Weidenauer, Apotheker und pharmazeutischer Technologe aus Laudenbach im Rhein-Neckar-Kreis. Der Klassiker unter den Arzneibädern ist das Erkältungsbad, das häufig ätherische Öle aus Eukalyptus, Thymian oder Latschenkiefer enthält. Sie werden durch die Atemwege und zu einem geringen Teil über die Haut aufgenommen und entfalten auf diese Weise ihre Wirkung. „Oft reizen die Öle leicht die Haut und steigern damit die Durchblutung. Das warme Wasser sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Muskeln entspannen – ein Prozess, der auch die Seele verwöhnt“, so Weidenauer. Damit der Kreislauf nicht leidet, sollte das Wasser zwischen 32 und 38 Grad haben. Ein sogenanntes Dreiviertelbad, bei dem Arme, Schultern und Knie aus dem Wasser ragen, ist übrigens schonender für den Organismus als ein Vollbad. Ganz wichtig: Für Kinder unter sechs Jahren sind Erkältungsbäder nicht geeignet.

Die Reinigungsmannschaft

Schaumbäder zählen zu den beliebtesten Produkten, und für viele gilt: je höher die knisternden Bläschenberge, desto besser. „Schaumbäder haben eine reinigende Funktion und enthalten in erster Linie Tenside. Diese Moleküle ziehen Schmutzpartikel von Körper ab und umschließen sie. Das Problem: Die waschaktiven Substanzen machen keinen Unterschied zwischen Verunreinigungen und Körperfett. Beides rauscht später mit dem Badewasser in die Kanalisation und lässt eine trockene Haut zurück“, erklärt Weidenauer. Damit die Haut nicht mit Schüppchen oder sogar Juckreiz reagiert, geben Hersteller mittlerweile verstärkt rückfettende Substanzen wie Pflanzenöle oder Milch hinzu. Trotzdem rät Weidenauer, nicht täglich ein Schaumbad zu nehmen, maximal 20 Minuten darin zu liegen und die Haut anschließend mit einer pflegenden Lotion aufzupäppeln.

Die Pflege-Crew

„Hochwertige Creme- und Ölbäder sowie Badesalze zählen zu medizinischen Kosmetikprodukten, die speziell bei sehr trockener Haut oder sogar Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis helfen können“, sagt Weidenauer. „Dabei werden in den Badezusatz rückfettende Substanzen wie Mandel-, Sesam- oder Lavendelöl, aber auch wundheilende Wirkstoffe wie Dexpanthenol eingebaut.“ Da diese Bäder nicht reinigen, sondern pflegen sollen, ist es gut, sich vorher einmal kurz abzuduschen. Und auch nach einem Pflegebad mit einem Creme- oder Ölzusatz sollten einige Punkte beachtet werden: Rubbeln Sie sich nicht mit einem harten Handtuch ab, sondern tupfen Sie die Feuchtigkeit nur oberflächlich ab. So kann die Haut noch die pflegenden Wirkstoffe aufnehmen. Beim Aussteigen besteht erhöhte Rutschgefahr! Trocknen Sie Ihre Füße gut ab und steigen Sie auf eine rutschfeste Matte. Auch Badesalz (etwa aus dem Toten Meer) bekämpft schuppige, irritierte Haut. Es besteht vor allem aus Natriumchlorid oder Natriumphosphat und Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Jod. Da sich durch das Salz der Wasserdruck verändert, wird weniger Hautfett entzogen. Gleichzeitig wirkt Salz entzündungshemmend und macht die Haut geschmeidiger.

Die Entspannungshelfer

Sie duften, tragen hübsche Namen wie „Freu dich“, „Wärme und Festlichkeit“ sowie „Sternenglanz“ und kommen auch gern als Cup-Cakes, Schokolade oder in Trüffelform daher. Viele sogenannte Wellnessbäder verwandeln die Wanne zudem in einen bunt sprudelnden Mini-Whirlpool – ein Gag, der durch die Kombination von Zitronensäure und Hydrogencarbonat oder Natron im Kontakt mit Wasser entsteht. „Im Vordergrund steht bei diesen Produkten tendenziell der psychologische Effekt, ähnlich der Bädertherapie, die das Wohlbefinden steigert“, schränkt Weidenauer ein. Parallel arbeiten die Hersteller häufig mit intensiven Farben und Düften. Denn beim Anblick von Violett- und Blautönen entspannen wir uns nachweislich, der Geruch von Lavendel, Rose und Melisse harmonisiert die Seele.

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