Bärlauch: Aroma bundweise

Die scharf-knoblauchigen Blätter helfen Gefäßen und Verdauungssystem

Bärlauch: Aroma bundweise

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Falls Sie in der Nähe einer römischen Festung, eines alten Klosters oder einer mittelalterlichen Burgruine wohnen, sollte Ihr nächster Spaziergang Sie zu dem Gemäuer führen: Die Wahrscheinlichkeit, dass dort Bärlauch wächst, ist ziemlich hoch. Denn die Pflanze mit den tiefgrünen Blättern wurde früher traditionell an solchen Orten angebaut. Schon damals ging es nicht nur um die frisch-knoblauchige Würzkraft des Frühjahrsboten, sondern auch um seine Heilwirkung: Er wurde zur Blutverdünnung und bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Ein wenig Magie war ebenfalls dabei: Er wirke Giften entgegen und schütze vor bösen Geistern, heißt es in alten Schriften.

Grüne Kraft:

Betrachtet man Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und Bluthochdruck als üblen Fluch mit möglicherweise tödlichem Ausgang, dann schützt der Cousin von Knoblauch und Zwiebel tatsächlich vor bösen Geistern. Denn seine schwefelhaltigen Verbindungen wie etwa Allicin wirken Studien zufolge antisklerotisch und antithrombotisch: Sie verhindern Ablagerungen in den Gefäßen und „verdünnen“ das Blut. Weitere Studien deuten darauf hin, dass Bärlauch blutdrucksenkend sowie entzündungshemmend wirkt und vor Schäden freier Radikale schützt. Damit nicht genug: Seine ätherischen Öle, Flavonoide und weiteren Inhaltsstoffe wirken wunderbar anregend auf Appetit, Verdauung und Gallenfluss.

Jagen und sammeln:

Der Bärlauch ist meist nur zur Saison von Ende März bis Mai auf dem Wochenmarkt zu haben, eventuell auch in Supermärkten mit gut sortierten Gemüseabteilungen. Beim Sammeln im Wald oder eben an Ruinen sollte man die Blätter vor der Blütezeit erwischen und immer genau aufpassen, sie nicht mit den sehr giftigen Blättern des Maiglöckchens zu verwechseln. Eindeutiges Unterscheidungsmerkmal: Der charakteristische knoblauchartige Duft, der beim Reiben der Bärlauchblätter entsteht.

Die optimale Zubereitung:

Ganz frisch gehackt schmeckt Bärlauch am besten – etwa pur auf ein Brot mit Butter oder Frischkäse gestreut. In Creme fraîche gemixt adelt er Kartoffeln oder Rohkostgemüse zu frischer Frühlingskost. Ebenfalls fein: mit Olivenöl und Pinienkernen als Pesto oder als frisches Topping für ein Spargel-Risotto. Bleibt Bärlauch klein geschnitten länger stehen, lässt sein Aroma nach.

REZEPT: Bauernfrühstück mit Bärlauch

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN:
1 kg festkochende Kartoffeln, 4 EL Rapsöl, 1 kleiner Bund Bärlauch, 6 Eier, 50 ml Milch, Salz, Pfeffer

1. Kartoffeln mit Schale garen, abdampfen und vollständig abkühlen lassen. Pellen und in dicke Scheiben schneiden. Rapsöl in einer großen Pfanne erhitzen, die Kartoffeln hineingeben. Bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten braten, dabei immer mal vorsichtig wenden.

2. Inzwischen den Bärlauch in Streifen schneiden, einen kleinen Teil beiseitelegen. Eier und Milch in einer Schüssel verquirlen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Bärlauch unterrühren, die Masse über die Bratkartoffeln gießen. Unter vorsichtigem Wenden garen, bis die Eier gestockt sind. Mit dem restlichen Bärlauch bestreuen – fertig.

ENTHÄLT PRO PORTION:
Ca. 440 Kalorien, 18 g Eiweiß, 17 g Fett, 48 g Kohlenhydrate und 4 g Ballaststoffe. Und vor allem: Allicin aus dem Bärlauch, Kalium, Vitamin B6, Zink und viel sogenannte resistente Stärke: Diese bildet sich beim Abkühlen gekochter Kartoffeln und fördert das Wachstum hocherwünschter Darmbakterien.

 

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