Kunst am Körper: Trends und Wissenswertes

Das Verschönern von Körperteilen ist so alt wie die Menschheit und in allen Kulturen zu finden. Hier das Neueste über Tattoos, Piercing & Co

Kunst am Körper: Trends und Wissenswertes

© Deborah Tyllack

Vorsicht, Allergie

Nickel steckt in vielen Schmuckstücken, die durch die Haut gezogen werden. Fast jeder Zehnte reagiert allergisch auf dieses Metall und bekommt davon rote Flecken und Juckreiz. Allergenfreier Schmuck ist aus Kunststoff, Titan oder Weißgold.

Es gibt was auf die Ohren

Murmelgroße Löcher im Ohr stören womöglich, sobald das erste Vorstellungsgespräch ansteht. Von allein aber wachsen die sogenannten Flesh-Tunnel ab einem Durchmesser von 15 Millimetern nicht mehr zu. Da muss ein plastischer Chirurg ran. Bei der Rekonstruktion des Ohrläppchens entfernt er den gedehnten Teil weitgehend und formt mit dem körpereigenen Gewebe das Ohrläppchen neu. Die Prozedur dauert pro Ohr rund 30 Minuten und kostet etwa 1.300 Euro.

Trend: Cover-up

Den Totenkopf auf dem Bizeps gibt‘s ab 150 Euro. Bis zu 5.000 Euro kann es kosten, das Körperbild professionell und ohne Narben weglasern zu lassen. Geschätzt jeder Fünfte mag sein Tattoo nicht mehr. Die günstigere Alternative: ein neues Motiv über das alte stechen lassen. Erfahrene Tätowierer haben sich längst auf Überdeckungen spezialisiert.

Im Kommen: Augapfeltattoo

Der Trend zum pechschwarzen oder giftgrünen Auge kommt aus Südaustralien. Mit einer Nadel wird Tinte in die Lederhaut des Auges gespritzt und das Weiße im Auge eingefärbt. Augenärzte warnen: Bindehautverletzungen sind wahrscheinlich. Wird die Netzhaut durch Nadel oder Farbgifte beschädigt, kann das Auge erblinden. Psychologen vermuten, dass Träger tätowierter Augäpfel das Bedürfnis haben, um jeden Preis aufzufallen.

Unter die Haut

Wie einen Herzschrittmacher, der subkutan eingepflanzt wird, lassen sich manche seit Neuestem ein sicht- und fühlbares Zier-Implantat unter die Haut setzen. Bei dieser extremen Form der Bodymodification werden z.B. Sterne, Kreuze oder Kugeln aus Teflon, Silikon oder Magneten durch einen Hautschlitz geschoben und fixiert. Problematisch: Die ambulante Operation bieten chirurgische Laien an.

Heißes Eisen

Branding nennt man das Erzeugen von Schmucknarben mit einem glühenden Metallstück. Ganz legal ist das Aufbrennen der Ornamente auf die Haut nicht. Denn anders als beim Tätowieren und Piercen ist es rechtlich nicht klar, ob diese einvernehmliche Körperverletzung nicht doch gegen die guten Sitten verstößt.

Ost-West-Gefälle

In den neuen Bundesländern sind doppelt so viele junge Leute (41 Prozent) tätowiert als im Westen der Republik (20 Prozent). Fast jede dritte Frau in Deutschland zwischen 16 bis 29 trägt ein permanentes Körperbild, bei gleichaltrigen Männern ist es nur knapp jeder fünfte, ergab eine Allensbach-Umfrage 2014.


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