Pollen in der City

Besonders in Städten fliegen immer mehr Allergene umher. Weshalb das so ist und was man dagegen tun kann

Pollen in der City

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Vielleicht ist es kein Wunder, wenn jährlich mindestens ein Bekannter mehr über eine triefende Nase, juckende Augen oder Luftnot klagt: Die Technische Universität München verzeichnet schon seit längerem eine steigende Belastung mit allergieauslösenden Baum- und Graspollen, und das in 13 europäischen Ländern. Überraschenderweise ist besonders die Stadtluft betroffen: In Innenstädten nehme die relative Pollenkonzentration stärker zu als im ländlichen Raum, berichtet die Ökoklimatologin Annette Mentzel in der Studie. Wie die Messdaten über Jahre hinweg zeigten, stieg die Belastung besonders dort, wo auch ein höherer CO2-Ausstoß gemessen wurde.

Allergologen sehen in der Luftverschmutzung einen wichtigen Faktor für das steigende Allergiepotential von Blütenstaub. Wolfgang Schlenter vom Verband Deutscher Allergologen zufolge machen vor allem Rußpartikel die Pollen aggressiv. Hinzu kommt, dass sich im städtischen Raum vermehrt Pflanzen mit hohem allergenen Potenzial – vor allem Birken und das Wildkraut Ambrosia – finden, wie Karl-Christian Bergmann, Leiter des Allergie-Centrums der Berliner Charité in einem Bericht des Deutschen Polleninformationsdienstes beschreibt.

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Das kann man tun, um mit den Pollen fertig zu werden

1. Wohnraum abschirmen: Wer in der Stadt wohnt, sollte zwischen 6 und 8 Uhr lüften und dann die Fenster geschlossen halten. Auf dem Land ist die beste Zeit zum Frische-Luft-Schnappen abends ab 20 Uhr. Achtung: Bei stärkerem Wind fliegen Pollen rund um die Uhr!

2. Pollen aus dem Schlafzimmer verbannen: Vor dem Zubettgehen noch schnell die Haare ausspülen und die Anziehsachen im Bad lassen. Dann bleibt die Atemluft in der Nacht rein.

3. Medikamente: Akute Beschwerden lindern Nasensprays oder Augentropfen, die Antihistaminika enthalten. Wichtig: Sie sollten in der Pollensaison täglich angewendet werden, um die allergische Reaktion des Körpers so gering wie möglich zu halten.

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