Reiseapotheke: Was darin sein sollte, vor allem in Zika-Zeiten

Juchu, endlich Urlaub! Da sollte keine Zeit für die Suche nach einer Apotheke drauf gehen. Was Sie wirklich brauchen

Reiseapotheke: Was darin sein sollte, vor allem in Zika-Zeiten

© Deborah Tyllack

DAS MUSS MIT IN JEDEN URLAUB

Eine kleine Reiseapotheke ist Pflicht, bestehend aus Schmerztabletten (Ibuprofen, Paracetamol, ASS o. Ä.), Fieberthermometer, Händedesinfektionsmittel, Wundsalbe, einer Pinzette, Pflastern, sterilen Wundkompressen und je einer Mull- und elastischen Binde; dazu ggf. Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand (Antihistamingel, kortisonhaltige Lotion). Für ganz abgelegene Urlaubsorte kann der Hausarzt vorsichtshalber ein Breitbandantibiotikum zum Mitnehmen verschreiben. Mittel gegen Reisekrankheit gehören nicht in den Koffer, sondern ins Handgepäck.

REISEAPOTHEKE „PLUS“

Geht es in die Subtropen oder Tropen, wird die Basisapotheke aufgestockt: etwa mit Augentropfen gegen Bindehautreizungen und einem Medikament gegen Durchfall (z. B. Loperamid). Aber vorher mit dem Arzt besprechen, wann man es nehmen darf – Vorsicht bei Fieber oder blutigem Durchfall! Auch Elektrolytpulver gegen den Salzverlust ist gut. Es muss aber mit abgekochtem Wasser oder Wasser aus original verschlossenen Flaschen angerührt werden, damit man sich nicht zusätzliche Keime einfängt. Einen gewissen Schutz vor Darminfekten bietet eine gesunde Darmflora, dazu können probiotische Joghurts schon vor der Reise beitragen.

MÜCKENSCHRECK

Sogenannte Repellentien zum Einreiben der Haut vertreiben Mücken durch ihren Geruch. Es gibt sie mit synthetischen und natürlichen Wirkstoffen. Natürliche ätherische Öle wie z. B. Citronella wirken aber nur kurz. Um krank machende Mücken etwa in den Tropen abzuhalten, sind sie zu schwach – da müssen Wirkstoffe wie DEET (Diethyltoluamid) oder Icaridin (Picaridin) ran. Entsprechende Produkte gibt sie in Drogerie und Apotheke, wichtig ist eine hohe Wirkstoffkonzentration (30 Prozent DEET, 20 Prozent Icaridin), damit der Schutz auch wirklich über viele Stunden anhält.

BITTE DRAUßEN BLEIBEN!

Wenn es an Ihrem Reiseziel krank machende Mücken gibt (umfassende Auskunft dazu auf www.auswaertiges-amt.de) ist nachts ein Moskitonetz das einzig Wahre – es sollte aber sehr engmaschig sein (Lochgröße höchstens 1,5 Millimeter). Ein mit dem Insektengift Permethrin imprägniertes Netz ist am effektivsten. Es gibt auch Outdoorkleidung, die mit diesem Wirkstoff behandelt ist, oder man kann Kleidung selbst damit einsprühen. Mehr Infos auf www.mückenschutz-info.de.

MALARIA – MUSS ICH VORBEUGEN?

Wer in ein Malariagebiet reist, muss sich vorher schlaumachen, z. B. unter www.dtg.org/malaria.html. Es gibt keine Impfung, und die Infektion kann tödlich verlaufen. Viele Malariaerreger sind inzwischen resistent gegen ein oder mehrere Malariamittel geworden. Ein geeignetes Medikament zur Vorbeugung oder zur Notfall-Selbstbehandlung sollte deshalb ein erfahrener Arzt verschreiben (Adressen der deutschen Tropeninstitute auf www.rki.de). Da die Mittel gravierende Nebenwirkungen haben können (u. a. Schwindel, epileptische Anfälle, Halluzinationen), muss genau abgewogen werden, ob die vorsorgliche Einnahme notwendig bzw. sinnvoll ist.

ACHTUNG, ZIKA!

Das Auswärtige Amt empfiehlt Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von (Urlaubs-)Reisen in die südamerikanischen Zika-Ausbruchsgebiete abzusehen, weil Infektionen dem Ungeborenen schaden können. Das Virus gilt auch als sexuell übertragbar. Darum sollten Männer, die aus einem Zika-Gebiet nach Hause kommen, die nächsten sechs Monate Kondome benutzen, wenn ihre Partnerinnen schwanger werden können.

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