Von A bis E: So schützen Sie sich vor Hepatitis

Weltweit leiden viele Millionen Menschen an Hepatitis B oder Hepatitis C. Bis 2030 sollen diese Infektionen drastisch eingedämmt werden

Von A bis E: So schützen Sie sich vor Hepatitis

Hepatitis

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die meistens durch Viren hervorgerufen wird und dann auch Virushepatitis genannt wird. Doch sie gibt sich nicht immer als solche sofort zu erkennen. Nach der Ansteckung kann es zwar zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber oder Appetitlosigkeit kommen, und auch die Symptome einer Gelbsucht sind möglich, also dunkel gefärbter Urin, heller Stuhl und eine Gelbfärbung des Augenweiß. Oftmals werden diese Hinweise aber als allgemeine Abgeschlagenheit oder grippaler Infekt fehlgedeutet. So wissen manche Betroffene nicht, dass sie an Hepatitis leiden oder in der Vergangenheit mit einem Hepatitis-Virus infiziert waren.

Wird Hepatitis nicht behandelt und ihr Verlauf chronisch, kann sie zur Leberzirrhose oder Krebs führen. Als chronisch gilt sie, wenn die Erkrankung nach sechs Monaten nicht ausgeheilt ist. Des-halb ist die Früherkennung wichtig, genauso wie die Vorbeugung. Für Hepatitis A, B und D sind Schutzimpfungen möglich, in China gibt es darüber hinaus eine Impfung gegen Hepatitis E.

Neben den Hepatitisviren können auch andere Auslöser wie zum Beispiel Alkohol oder Übergewicht Leberentzündungen hervorrufen, die nicht ansteckend sind.

Hepatitis A

Hepatitis-A-Viren kommen überall auf der Welt vor, meistens tauchen sie aber in den Tropen und anderen Regionen mit geringen Hygienestandards auf. Eine Infektion mit Hepatitis A zählt infolgedessen zu den typischen Reisekrankheiten. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden, und das Virus wandert dann durch Berührung von Mensch zu Mensch. Außerdem gelangt es durch belastetes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel in den menschlichen Körper. Der Infekt heilt gewöhnlich ohne Folgen von selbst aus und wird nicht chronisch. In seltenen Ausnahmefällen und bei bereits geschädigter Leber kann eine Hepatitis-A-Infektion aber schwer verlaufen und zu Leberversagen führen.

Eine Schutzimpfung ist möglich. An sie sollte vor Reisen nach Afrika, Asien oder Südamerika gedacht werden.

Hepatitis B

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leiden global mehr als 250 Millionen Menschen an einem Hepatitis-B-Infekt. Der Infekt wird durch Viren ausgelöst, die in Blut, Sperma, Tränen oder Speichel leben und die den Wirt beispielsweise beim Sex wechseln. Andere Ansteckungsmöglichkeiten sind Bluttransfusionen oder verunreinigte Spritzen beim Tätowieren oder Drogenkonsum. Für den Nachweis der Hepatitis-B-Viren kommen spezielle serologische Bluttest zum Einsatz, bei denen die Medizinerinnen und Mediziner die flüssigen Bestandteile des Blutes auf Veränderungen, Antikörper und Krankheitserreger prüfen. Eine Diagnose ist auch nach einer bereits abgeklungenen Infektion möglich, da bestimmte Antikörper mitunter über Jahre hinweg im Blut verbleiben.

Eine Neuinfektion heilt bei Erwachsenen zumeist von selbst aus. Erst wenn die Infektion chronisch wird, verschreiben die Behandelnden Medikamente, um die Gefahr von Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs zu senken und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung für andere zu minimieren.

Das Gute: Menschen, die eine akute Hepatitis B hinter sich haben, verfügen in aller Regel gegen genug Antikörper gegen das Virus. Sie sind immun. Vor einer Infektion ist eine Schutzimpfung möglich.

Hepatitis C

Die WHO geht davon aus, dass 71 Millionen weltweit mit Hepatitis C infiziert sind. Das C-Virus wird in erster Linie durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen. Früher haben Mediziner und Medizinerinnen Hepatitis C vor allem mit den Gewebshormonen Interferon behandelt. Seit 2014 jedoch sind eine Reihe besser verträglicher Medikamente auf dem Markt, die über 90 Prozent der Betroffenen bereits beim ersten Therapieversuch dauerhaft von ihrer Infektion befreien. Vor dem Hintergrund dieser Perspektiven beschloss die Hauptversammlung der WHO 2016, Hepatitis C – genau wie Hepatitis B – global einzudämmen beziehungsweise komplett zu eliminieren. Diesem Ziel hat sich auch die deutsche Bundesregierung angeschlossen.

Wichtig ist, dass die Betroffenen rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Auf der Webseite Lebertest.de kann jeder mit Hilfe eines anonymen Online-Tests herausfinden, ob es im eigenen Leben Risikofaktoren für Hepatitisinfektionen oder andere Lebererkrankungen gibt oder gab.

Gegen Hepatitis C ist keine Schutzimpfung möglich.

Hepatitis D

Hepatitis D ist eine Infektionskrankheit, die ausschließlich bei Menschen vorkommt, die bereits mit Hepatitis B infiziert sind. Das Hepatitis D Virus kann sich nur mit Hilfe des vom Hepatitis B Virus stammenden Oberflächenproteins HBsAg vermehren.

Wer sich gegen Hepatitis B impft, schützt sich also gleichzeitig vor Hepatitis D.

Hepatitis E

Größere Ausbrüche der Virusinfektion Hepatitis E traten in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und in Mexiko auf. Die Krankheit verläuft ähnlich wie eine Hepatitis-A-Infektion. Bei der Mehrzahl der Betroffenen kommt sie von selbst zum Stillstand.

Die Infektion erfolgt in aller Regel über mit menschlichen Fäkalien kontaminiertes Trinkwasser. Inwiefern sich Menschen auch über infizierte Lebensmittel anstecken, ist bisher unklar. Ebenso gibt es für eine sexuelle Übertragung keine Hinweise. Eine Übertragung von der Mutter auf das Kind ist jedoch unter der Geburt möglich. Für Schwangere ist Hepatitis E besonders gefährlich.

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis E ist in China zugelassen und verfügbar, nicht aber in Europa.

Bist du Chris?
Hier gibt es noch mehr Informationen: „Bist Du Chris?“ ist eine Aufklärungskampagne zu Hepatitis C.

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