Sport und Schlaf sind Lern-Booster

Das richtige Maß an Action und Ausruhen hilft beim Verarbeiten neuer Inhalte – wenn das Timing dabei stimmt.

Sport und Schlaf sind Lern-Booster

© Istock/Paulo Cruz

Ein prima Rezept für effektiveres Lernen liefern Forscher der Universität Nimwegen: Wer nach einer Lerneinheit eine vierstündige Pause macht und dann 30 Minuten mit dem Rad fährt oder schwimmen geht, merkt sich das neu Gelernte besser und länger. Worauf es bei der effizienten Informationsverarbeitung ankommt, ist tatsächlich das Timing: Zwischen Lernen und Sport sollten vier Stunden Pause liegen.

Denn Studienteilnehmer, die direkt nach der Kopfarbeit losstrampelten, zeigten keine verbesserte Gedächtnisleistung. Wohl aber diejenigen, die sich erst einmal ausruhen durften und sich dann bewegten. Bei ihnen zeigte sich auf dem Kernspin-Monitor eine höhere Aktivität im Hippocampus, dem für das Gedächtnis zuständigen Hirnbereich. Das gilt den Forschern als Hinweis darauf, dass neue Informationen intensiver verarbeitet und gespeichert werden. Diesen Effekt erklären sie sich so: Hormone, die beim Sport ausgeschüttet werden, regen die Merkfähigkeit erst an, wenn das Gehirn wieder zur Ruhe gekommen ist.

Ebenfalls ein Lern-Booster ist, bestätigt eine gerade herausgekommene Studie, einfach: Schlafen. Erstmals konnten Wissenschaftler der Uni Freiburg zeigen, wie das Gehirn den Schlaf nutzt, um Platz für neue Informationen zu schaffen: Erst wird die Nervenerregung  im Gehirn heruntergefahren, dann verschalten sich neue Hirnzellen und es werden wieder Schaltstellen frei für Neues. Schlafmangel störe diesen wichtigen Prozess, sagt Studienleiter Christoph Nissen. Kein Wunder, wenn das Merken von neuem Lernstoff nach einer zu kurzen Nacht besonders schwer fällt.


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