Vorsicht, Haustiere!

Haustiere sind viel gefährlicher als sie aussehen, ist sich Kolumnist Andreas Wenderoth sicher

Vorsicht, Haustiere!

Illustration: © Maik Brummundt

Wenn Sie eine Grippe erwischt, haben Sie eine unangenehme Zeit vor sich. Vielleicht denken Sie aber auch nur, es ist eine Grippe. Und nach dem Fieber, das gar nicht besonders hoch sein muss, bekommen Sie Angstzustände und können nicht mehr schlafen. Irgendwann stehen Sie vollkommen neben sich und müssen beobachten, wie der Mensch, der Sie gerade noch waren, anfängt, andere zu beißen, oder, mit Schaum vor dem Mund, wie wild um sich schlägt. In diesem Fall spricht einiges dafür, dass Sie sich eine handfeste Tollwut eingehandelt haben. Das alles kann passieren, wenn Sie sich zu viel draußen aufhalten. Die Natur ist eine der meistunterschätzten Krankheitsursachen. Denn in ihr bewegen sich Tiere, die möglicherweise wahnsinnig sind und Sie beißen wollen.

Hypochonder_240x360Aber auch Haustieren sollte man diesbezüglich eher nicht trauen. Im Prinzip mag ich zum Beispiel Katzen recht gern, und weil die Katzen das spüren, suchen sie meine Nähe. Ich vermeide ihre, bei aller Zuneigung, unter allen Umständen. Hin und wieder schau ich sie mir auf Fotos an, aber niemals mehr. Jedenfalls seit ich von einer Erkrankung namens „Felinose“ las, die zwar überwiegend Kinder betrifft, aber eben nicht nur. Katzen, die Bartonella-henselae-Bakterien in sich tragen, haben vielleicht ein paar Tage Fieber. Oder merken gar nichts. Etwas ganz anderes ist es, wenn die infizierte Katze in durchaus spielerischer Absicht (wir wollen keine anderen Motive unterstellen) die Krankheit an den Menschen weiterreicht, indem sie ihn kratzt oder beißt. Dann gibt es zunächst eine Rötung, und die Lymphknoten schwellen an. Im besten Fall war es das. Wenn es weniger gut läuft, bilden sich sehr unschöne Hautzysten. Zum Glück bleibt es Ihnen erspart, das mitanschauen zu müssen, weil Sie unter Umständen bald erblinden.

Auch die vergleichsweise harmlosere „Katzenkratzkrankheit“ wird Sie eine ganze Weile beschäftigen (wohlgemerkt nur Sie, die Katzen leiden nicht darunter!). Lassen Sie sich also nicht vom Schnurren eines Tieres blenden. Streicheln Sie eine Katze nur mit Sicherheitshandschuhen. Leider stehen jedoch auch andere Tiere im Verdacht, die Krankheit zu übertragen. Halten Sie deshalb unbedingt Abstand zu Ihrem Hund und gehen Sie auf einer Weide niemals an einer Kuh vorbei!


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HypochonderAndreas Wenderoth erzählt in seinem Buch „Nur weil ich Hypochonder bin, heißt das ja nicht, dass ich nichts habe“ von den weitverbreiteten Ängsten vor dem Kranksein in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und lotet mit viel Humor ein Phänomen aus, das in seiner Auswirkung auf die Partnerschaft – insbesondere seine Fähigkeit, sie schnell und zielsicher an ihre Grenzen zu führen – bislang weitgehend unterschätzt wurde.

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