Wie harmlose Bakterien Akne auslösen

Hautbakterien hat jeder Mensch. Aber nicht bei jedem lösen sie auch Akne aus. Wissenschaftler wissen jetzt, warum

Wie harmlose Bakterien Akne auslösen

© iStock/KatarzynaBialasiewicz

Akne hat weniger mit unreiner Haut zu tun als gedacht. Jedenfalls sind die Pickel und Pusteln, unter denen die meisten während der Jugend zumindest zeitweise leiden, nicht die Folge mangelnder Körperpflege. Im Gegenteil: Auslöser für Pickelattacken sind Propioni-Bakterien – eigentlich nützliche, weil schützende Keime, die jede gesunde Haut bevölkern. Sie standen schon länger im Verdacht, Akne verursachen zu können.

Jetzt haben kalifornische Wissenschaftler herausgefunden, was die sonst harmlosen Hautbakterien plötzlich so gemein werden lässt: Sauerstoffmangel. Gelangen die Keime nämlich in die Follikel der Haarwurzel, die fast überall knapp unter der Haut stecken, geraten sie in Luftnot und setzen in Verbindung mit dem Hauttalg Substanzen frei, die entzündlich wirken. Diese schädlichen Stoffe verhindern außerdem, dass sich nicht mehr ausreichend entzündungshemmende Enzyme bilden können. In der Folge rebelliert die Haut und reagiert mit rötlich-eitrigen, schmerzhaften Pickeln und Pusteln.

Bloß nicht rubbeln!

Leider helfe es bei Akne überhaupt nicht, die betroffenen Stellen ordentlich einzuseifen oder mit Gesichtswasser abzurubbeln, sagen die Forscher. Denn die Bakterien neigen dazu, miteinander zu verkleben und fest auf der Haut haften zu bleiben. Aggressives Waschen greife daher vor allem den Säureschutzmantel der Haut an. Dadurch aber werden Entzündungen eher schlimmer.

Die jetzt aufgedeckte Wechselwirkung zwischen der Haut und den Propioni-Bakterien lässt hoffen, dass Akne bald effektiver als bisher behandelt werden kann. „Wenn wir Glück haben, haben wir in zwei bis fünf Jahren ein neues Mittel zur Hand“, sagte Studienleiter Richard Gallo der Zeitschrift „New Scientist“.

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