Alopezie: Woher kommt der Haarausfall?

Diagnose Haarausfall (Alopezie). Die Suche nach der richtigen Therapie kann für Betroffene sehr schwierig werden. Wo liegen die Ursachen und ab wann spricht man von krankhaftem Haarausfall?

Alopezie: Woher kommt der Haarausfall?

Ab wann spricht man von Haarausfall (Alopezie) und wie kann man ihn behandeln? / Bild ©iStock/Nauma

Wohl 80 Prozent der Männer und gut 50 Prozent der Frauen sind von Haarausfall (Alopezie) betroffen. Doch ab wann spricht man überhaupt von Haarausfall?

Natürlicher Haarzyklus oder schon Alopezie?

Fallen täglich bis zu 100 Haare aus, gehört das jedoch noch zum natürlichen Haarzyklus: Jedes Kopfhaar entsteht an einer Papille, das ist quasi die Verbindung des Haares zur Kopfhaut. Von dort aus wächst es vier bis sieben Jahre lang, dann stirbt es, fällt aus und nach ein paar Wochen wächst aus der alten Papille ein neues Haar. Erst wenn mehr als 100 Haare pro Tag ausfallen, sprechen Mediziner überhaupt von einer Krankheit.

Wo liegen die Ursachen von krankhaftem Haarausfall?

In den meisten Fällen ist Haarausfall erblich bedingt, man spricht von androgenetischem Haarausfall, der mit dem Alter zunimmt. Viel früher – zwischen 20 und 30 – kann der kreisrunde Haarausfall vorkommen. Die einstige Haarpracht bekommt Löcher, im schlimmsten Fall wie ein Schweizer Käse. Wenn hingegen wahllos Haare vom Kopf fallen, spricht man vom diffusen Haarausfall; betroffen sind meistens Frauen.

Auch wenn mehr als jeder zweite Deutsche schon einmal Haarausfall hatte, tut sich die Wissenschaft noch schwer, die genauen Ursachen zu finden. Bei Frauen können zum Beispiel hormonelle Veränderungen im Körper – etwa nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren – Schuld sein.

Unterschiedliche Ursachen bei Männern und Frauen

Anders als Forscher lange glaubten, sind Hormone bei Männern dagegen nicht für Geheimratsecken und Glatzen verantwortlich. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald konnten in einer aktuellen Fallstudie widerlegen, dass etwa Testosteron und Haarausfall zusammenhängen.

In einer anderen Studie fanden Forscher heraus: Kleine Männer, oder solche, die früh in die Pubertät kommen, neigen eher zu Haarausfall als andere. Eine Rolle würden aber aber auch verschiedene Krebserkrankungen, helle Haut oder eine hohe Knochendichte spielen.

Haarausfall: nicht immer sind Hormone der Grund

Andere Ursachen für Haarausfall bei Männern und Frauen können Eisenmangel, Pilzinfektionen, Medikamenteneinnahme oder eine Schilddrüsenerkrankung sein. Manchmal fallen Haare auch aufgrund einer Geschlechtskrankheit oder Diabetes aus. Sehr oft ist aber bloß ein ungesunder Lebensstil verantwortlich: Einseitiges Essen, Hungerkuren, Vitaminmangel oder Stress sorgen für Haarverlust. So unterschiedlich die Gründe für Haarausfall sind, so individuell ist Behandlung.

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