Ballaststoffreiche Ernährung: gut für ein langes Leben?

Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert eine gute Verdauung. Nun zeigt eine Studie, dass Ballaststoffe Krankheiten vorbeugen können.

Ballaststoffreiche Ernährung: gut für ein langes Leben?

Ballaststoffreiche Ernährung und ein längeres Leben hängen unmittelbar zusammen – das bestätigte jetzt eine Studie der Universität Otago/USA. / Foto: ©iStock/marilyna

Ballaststoffreiche Ernährung und ein langes Leben: hängt das wirklich zusammen?
Eine Metastudie der Otago Universität in Neuseeland und im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO legt diesen Schluss nahe. Die Wissenschaftler analysierten mehr als 200 Studien der vergangenen 40 Jahre zu Ballaststoffen in der Ernährung, die Mehrzahl waren prospektive Beobachtungsstudien. Dabei wurden nur Studien berücksichtigt, in denen die Teilnehmer zu Beginn noch keine chronischen Erkrankungen hatten. In den Beobachtungsstudien mussten die Teilnehmenden Angaben zur Menge und Qualität der von ihnen konsumierten Kohlenhydrate machen. Ihre Auskünfte wurde verglichen mit der Sterberate sowie der Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse, Diabetes und Krebs. In den klinischen Studien wurden die Auswirkungen der Ernährung auf Faktoren wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette analysiert.

Welche neuen Erkenntnisse über ballaststoffreiche Ernährung brachte die Studie hervor?

Bei jenen Studienteilnehmenden, die am meisten Ballaststoffe zu sich nahmen, verringerte sich die Wahrscheinlichkeit, an einer chronischen Krankheit zu versterben, um 15 bis 30 Prozent.
Des Weiteren bestand bei diesen Teilnehmern eine um 22 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, ein um 16 Prozent geringeres Diabetes Typ 2- und Dickdarm-Krebs-Risiko und eine um 30 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße zu leiden. Zusammengefasst: Eine ballaststoffreiche Ernährung kann laut der Studie vor Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, aber auch das Risiko für Darmkrebs senken.

Welche Aufgabe haben Ballaststoffe?

Ballaststoffe sind Pflanzenfasern, auch sogenannte Stütz- und Gerüstsubstanzen genannt, in pflanzlichen Lebensmitteln. Sie erhöhen das Sättigungsgefühl, verbessern den Glukose- und Insulinstoffwechsel und halten eine günstige Darmflora am Leben. Zudem sind sie an der Produktion wichtiger Vitamine, bestimmter Fettsäuren und Immunmodulatoren beteiligt.

Wie viel Ballaststoffe sollte ich essen?

Die meisten Menschen weltweit konsumieren im Schnitt 20 Gramm Ballaststoffe. 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag sollen der Studie zufolge und auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge verzehrt werden. Diese sollten dann das Auftreten der genannten Zivilisationskrankheiten deutlich reduzieren und das Leben verlängern. Der Richtwert für die Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g pro Tag lässt sich mit drei Scheiben Vollkornbrot, einer Portion Früchtemüsli, 2-3 mittelgroßen Kartoffeln, zwei mittelgroßen Möhren, zwei Kohlrabi, einem Apfel und einer Portion Roter Grütze erreichen.

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