Blutdruckwerte kennen: Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Ab wann sind die Blutdruckwerte bedenklich? Welche Symptome können noch auftreten? Und was sind dann die nächsten Schritte?

Blutdruckwerte kennen: Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?

Wann sind die Blutdruckwerte noch im grünen Bereich? ©iStock/aleksey-martynyuk

Wenn die Blutdruckwerte steigen, spüren wir das oft lange nicht – dabei schädigt Bluthochdruck auf Dauer unbemerkt die Gesundheit. Deshalb ist es wichtig, die stille Krankheit früh zu erkennen. Die gute Nachricht: Sie ist leicht zu diagnostizieren und gut behandelbar.

3,2,1 – die letzte Stufe zur Wohnung ist erklommen oder der Zuschlag für den besonders günstigen Flug geht an uns. Jetzt ist Entspannung angesagt, der Druck lässt nach, das System fährt wieder runter. Wenn wir die richtige Einstellung haben – in Sachen Blutdruck. Unsere Gefäße sind auf diesen wechselnden Druck eingerichtet: durch Dehnbarkeit und die Fähigkeit, sich zusammenzuziehen. Im Normalfall sinkt der Blutdruck zum Beispiel im Schlaf und steigt bei körperlicher Betätigung oder auch Schmerzen. Aber bei mehr als 20 Millionen Bundesbürgern zwischen 18 und 79 Jahren sinkt der Blutdruck nicht mehr in gesunde Bereiche ab – das geht auf Dauer unter anderem an Herz und Nieren.

Wie Bluthochdruck dem Körper schadet

Durch die langfristige Überbelastung kommt es zu kleinen Verletzungen in den Blutgefäßen. Die bilden, um diese Schäden zu „kitten“, Ablagerungen aus Fett, Kalk oder Bindegewebe. Diese verengen die Gefäße und machen sie starrer. Engere Blutbahnen bedeuten, dass mehr Druck notwendig wird, damit
der Körper noch ausreichend durchblutet werden kann. Das Herz muss stärker pumpen, so vergrößert sich die linke Herzkammer, die für das Herauspumpen des Blutes in den Körper zuständig ist – das Herz wird geschädigt. Auch Herzinfarkte oder Schlaganfälle können dadurch begünstigt werden – Bluthochdruck ist für die Hälfte aller Todesfälle durch diese Erkrankungen verantwortlich. Außerdem ist zu hoher Druck ein Risikofaktor für Nierenerkrankungen und Demenz.

So entlarvt hohe Blutdruckwerte

Bluthochdruck kann sich mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Herzklopfen, Schwindel oder Nasenbluten bemerkbar machen. Aber oft macht die Krankheit lange keine Beschwer- den. Die Deutsche Hochdruckliga schätzt, dass jeder fünfte Betroffene nichts von seinen erhöhten Blutdruckwerten weiß. Dabei ist es wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu diagnostizieren, um Folgeschäden zu verhindern. Glücklicherweise kann man ihr bequem und schmerzfrei auf die Schliche kommen: durch Blutdruckmessungen. Experten raten, die Messungen regelmäßig selbst zu Hause durchzuführen. Belastbar, konzentriert und fit sind wir nach Beobachtungen von Medizinern im Allgemeinen bei einem durchschnittlichen Blutdruck von 120 zu 80, also 120/80 mmHg. Ab einem wiederholt gemessenen Wert von 135/85 mmHg ist zu viel Druck in den Adern – dann ist eine Behandlung des Bluthochdrucks notwendig.

Umstellung des Lebensstils

„Plötzlich da“ ist er nur in seltenen Fällen – Bluthochdruck kommt auf leisen Sohlen, mit liebgewonnenen Gewohnheiten. Und die haben viel mit Küche und Couch zu tun! In schwereren Fällen kann eine medikamentöse Behandlung nötig sein, immer lohnt sich jedoch eine Umstellung des Lebensstils. Bei leicht erhöhten Werten kann diese sogar allein ausreichend sein: Das Sofa sollte dabei des öfteren lieber unbesetzt bleiben. Stattdessen sind Spaziergänge, Walken, Schwimmen, Radeln oder andere Sportarten, bei denen möglichst viele Muskelgruppen aktiviert werden, angesagt. Außerdem wichtig: auf eine gesunde Ernährung achten, mit möglichst wenig tierischen Fetten und Zucker. So bleiben Herz und Gefäße gesund – und der Druck lässt nach.

Blutdruck richtig messen

Da die Blutdruckwerte beim Arzt oft durch Aufregung verfälscht sind, lohnt sich die regelmäßige Blutdruckkontrolle zuhause. Aber nur richtiges Messen bringt richtige Ergebnisse. Darauf müssen Sie achten:

  • Am besten messen Sie täglich zur immer gleichen Zeit.
  • Messen Sie den Blutdruck erst nach fünf Minuten ruhigem Sitzen, möglichst in einer entspannten Umgebung.
  • Überschlagen Sie nicht die Beine, da dies die Werte erhöht.
  • Sprechen Sie und bewegen Sie sich während der Messung nicht, da dies die Ergebnisse verändern kann.
  • Sie sollten mindestens 30 Minuten vorher auf Kaffee und Alkohol verzichten.
  • Die Manschette am Oberarm oder Handgelenk sollte sich immer in Herzhöhe befinden.
  • Legen Sie die Manschette nicht über Ihrer Kleidung an.
  • Die Blutdruckwerte sollten unter 135/85 mm Hg liegen. Wenn Sie diesen Wert regelmäßig überschreiten, weist dies auf behandlungsbedürftigen Bluthochdruck hin.

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