Schmerzen in der Brust: Ursachen und Behandlung

Viele Frauen klagen regelmäßig über Brustschmerzen, Berührungsempfindlichkeit und Spannungsgefühle in den Brüsten. Sind die Beschwerden zyklusbedingt? Was kann sonst dahinterstecken? Ein kleiner Überblick.

Schmerzen in der Brust: Ursachen und Behandlung

Schmerzen in der Brust können viele Ursachen haben. / Bild ©iStock/Kaelerean

Die weibliche Brust, lat. Mamma, ist ein hochkomplexer Körperteil. Ihre Beschaffenheit spiegelt die vielen Veränderungen wider, denen ein Frauenleben von der Pubertät über die Schwangerschaft bis hin zu den Wechseljahren unterworfen ist. Sie ist auf komplizierte Weise mit dem Rest des Körpers verbunden, reagiert sensibel auf Veränderungen in unserem Körper. So ist etwa das be der Brust vor der monatlichen Regelblutung besonders empfindlich. Viele Frauen klagen in dieser Zeit über Spannungsgefühle oder Schmerzen in den Brüsten und einer dadurch bedingten Berührungsempfindlichkeit, auch Mastodynie genannt.

Hormone in Bewegung

Der Grund dafür sind Schwankungen im Hormonhaushalt: Im Laufe des weiblichen Zyklus ändern sich die Blutspiegel der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. In der ersten Zyklushälfte dominieren die Östrogene, in der zweiten dann das körpereigene Progesteron. Milchdrüsen und -gänge verändern sich und die Brüste lagern Wasser ein. Die Brüste schwellen an und werden berührungsempfindlicher.

Wenn das Brustspannen bereits mehrere Tage vor der Menstruation auftritt und weitere körperliche und psychische Beschwerden wie Wassereinlagerungen an anderen Körperbereichen (Lider, Hände, Füße, Beine), Kreislauf- oder Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen hinzukommen, könnte es sein, dass die Frau unter dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS) leidet. Geht es auf die Wechseljahre zu, nehmen die Beschwerden häufig ab.

Gesteigerte Prolaktinbildung bringt Spannungsgefühle in der Brust

Wenn sich Spannungsgefühle und Beschwerden in der Brust nicht auf den Zyklus zurückführen lassen, kann das verschiedene Gründe haben. Manchmal kann der Schmerz auch von anderen in der Nähe liegenden Körperteilen wie der Halswirbelsäule oder dem Herzen kommen, oder, ganz simpel, von einem schlecht sitzenden BH. Auch eine vermehrte
Ausschüttung des Hormons Prolaktin, das von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird, kann zu Beschwerden führen. Eine gesteigerte Prolaktinbildung kann ebenfalls zyklusbedingt sein. Dann tritt sie meist während der zweiten Zyklushälfte auf. Das Hormon wird aber auch aufgrund von Stress oder als Nebenwirkung von Medikamenten oder aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion vermehrt ausgeschüttet.

Keine Panik bei Verhärtungen

Ertastet Frau einen Knoten oder Knubbel in der Brust, ist der Schreck oft groß, doch in den seltensten Fällen handelt es sich gleich um eine Krebserkrankung. Veränderungen des Drüsen- und Bindegewebes der Brust (Fibrozystische Mastopathie) kommen bei Frauen zwischen 30 und 50 häufig vor und sind vor den Wechseljahren, besonders dann, wenn sie in beiden Brüsten auftreten, meistens gutartig. Während sich das Bindegewebe vermehrt, bilden sich Zysten, flüssigkeitshaltige Bläschen im Gewebe, die erweiterten Endstücken der Milchgänge entsprechen. Besonders ausgeprägt sind die Veränderungen während der Zeit zwischen dem Eisprung und der Monatsblutung. Trotzdem sollte man bei Verhärtungen in der Brust lieber einmal zu oft als zu wenig zum Arzt gehen. Im Fall einer tatsächlichen Brustkrebserkennung gilt nämlich das Gleiche wie bei allen Krebserkrankungen: Je früher sie erkannt wird, umso größer die Heilungschancen!

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