Darf es etwas mehr sein?

Sechs Dinge, die man wissen sollte, wenn man gern volleres Haar hätte – und sechs smarte Helfer

Darf es etwas mehr sein?

© istock.com/SergeyKlopotov

Was seinen Schopf angeht, neigt der Mensch zur Unzufriedenheit. „Kunden klagen oft: Ich hab so feines Haar“, sagt Annika Berning, Friseurmeisterin in Hamburg-Eppendorf. „Dabei sehe ich häufig eine ganz normale Haarqualität.“ Zudem wird „fein“ oft automatisch mit „zu wenig“ gleichgesetzt. Doch feine Haare sind an sich kein Defizit, sondern ein seidig-weicher Grund zur Freude. Denn sie haben meist einen tollen Glanz und sind viel leichter zu frisieren als dickes, oft widerspenstiges Haar. Darum lässt sich mit der richtigen Behandlung auch so viel rausholen. Und selbst schütteres Haar kann optisch mehr werden. Hier die wichtigsten Infos dazu.

1Es ist nicht egal, was für Produkte bei Ihnen im Bad stehen. Es gibt unzählige Shampoos und Conditioner, die sich an das Haar anlagern und es voller erscheinen lassen. Aber Achtung: „Ein und dasselbe Shampoo kann selbst bei ähnlichen Haartypen unterschiedlich wirken“, sagt Annika Berning. „Die Rahmenbedingungen machen viel aus, etwa Häufigkeit der Haarwäsche und Wassertemperatur.“ Fakt 1: Prachthaare brauchen mehr als 08/15-Wäsche. Wer sehr unzufrieden mit seinem feinen oder schütteren Haar ist, sollte auf jeden Fall beim Friseur checken lassen, ob er auf dem rechten Pflegeweg ist.

2Wenn die Haare eine Stunde nach dem Stylen kraftlos in sich zusammenfallen, muss Klarschiff gemacht werden. Denn zu viele angelagerte Stoffe wie Silikone und Ceramide machen die Haare müde und kraftlos. „Build-up“-Effekt wird das Phänomen genannt, das jedem Look die Fülle raubt. Fakt 2: Zu viel Pflege macht die Haare schwer und schlapp. Conditioner-Diät und Detox-Shampoos können sie wieder aufwecken.

3Mal unter uns: Wie tragen Sie Pflegeprodukte auf? Rauf auf die Handfläche, dann mit der flachen Hand über den Kopf wischen, als wär Ihnen gerade was eingefallen – und anschließend das Produkt verteilen? Pardon, aber so geht das nicht. Fakt 3: Das beste Produkt hilft nicht, wenn man’s falsch anwendet. Shampoo mit den Fingerspitzen auf die Kopfhaut massieren, Kuren und Conditioner nur in die Längen und Spitzen geben.

4„Feines Haar braucht spezielle Schnitte“, weiß Annika Berning. „Stufen bzw. unterschiedliche Längen sind gut, um beim Föhnen Volumen erzeugen zu können.“ Wenn ein Pony zur Gesichtsform passt, tut er feinem Haar optisch gut. Wer’s kurz mag, liegt mit einem Pixie aus den Sixties – seitlich nur zwei bis drei Zentimeter, auf dem Oberkopf um die zehn Zentimeter langes Haar – immer richtig. In jedem Fall hilft Farbe: „Hell-dunkel-Effekte machen das Haar optisch voller und verleihen ihm tatsächlich Volumen, weil sie es griffiger machen. Das gibt Stand.“ Fakt 4: Schnitt und Farbe müssen regelmäßig erneuert werden, damit das Volumen auf dem Höchststand ist.

5Die geheime Zutat beim Föhnen ist Zeit. Mit zwei Rundbürsten arbeiten: eine in den Ansatz drehen, die Partie föhnen und die Bürste an Ort und Stelle lassen, während die zweite Bürste zum Zug kommt. So geht Big Hair. Fakt 5: Nur wenn die Haare in der gewünschten Lage erkalten, behalten sie die Form.

6Wenn der Zopf immer dünner wird, weil Haare ausfallen, kann in dermatologischen Haarsprechstunden die Ursache definiert und nach Abhilfe gesucht werden – sofern man zeitig um Rat fragt. Es gibt diverse Möglichkeiten, schwächer werdende Haarwurzeln zu beleben, zum Beispiel durch Mikro-Injektionen (sogenannte „Mesotherapie“) und medizinische Tinkturen. Sind die Wurzeln einmal abgestorben, hilft nur Transplantation. Fakt 6: Je früher Haarausfall behandelt wird, desto mehr lässt sich erreichen.

 

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