Das Ende der Dürre

Im Herbst muss sich unsere Haut wieder an Heizungsluft, Wind und Kälte gewöhnen. Hier unser Pflegefahrplan für entspannte Haut

Das Ende der Dürre

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Eindeutige Hinweise: ein Spannen, feine Linien, zarte Schuppen und das Gefühl, sich einfach nicht mehr so wohl in seiner Haut zu fühlen. Willkommen im Herbst! Doch während wir auf die langen Tage und lauen Lüfte jetzt erst mal wieder warten müssen, können wir die Haut ganz bald wieder frohmachen. Denn mit der richtigen Pflege entspannt sich trockene Haut schnell.

Aber worauf muss man dabei achten?

Zunächst ist es verwirrend, denn fast jedes Pflegeprodukt will Feuchtigkeit spenden. Das soll entweder mit Lipiden, also fettigen oder fettähnlichen Inhaltsstoffen, passieren, oder mit Feuchtigkeit, also wässrigen Anteilen. Aber was bringt denn mehr? „Trockene Haut braucht an erster Stelle Feuchtigkeit“, sagt Professorin Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Helios Dr. Schmidt Kliniken Wiesbaden. „Eine Creme sollte also prozentual mehr Feuchtigkeit als Fett enthalten.“ Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern es ist ein Miteinander von Fett und Feuchtigkeit. Letztere muss nämlich in der Haut auch bleiben, damit diese sich dauerhaft entspannt. Und dazu braucht es Fett. Das liegt natürlicherweise als so genannter Hydrolipidfilm auf der Haut und verhindert, dass das Wasser daraus verdunstet. Nur ist bei trockener Haut der Film oft rissig.

Und was nimmt man dann sinnvollerweise?

„Ideal sind sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen, die mehr Wasser- als Ölanteile enthalten“, sagt Bayerl. Wenn dann zusätzlich Feuchthalter wie Urea oder Glyzerin verarbeitet wurden, ist es noch besser: Diese Wirkstoffe binden Wasser in der Haut. Und welche Öle bzw. fetthaltige Substanzen sollten drinstecken? „Am besten ahmen Ceramid-haltige Produkte die Lipide der Haut nach“, erklärt Bayerl. Diese Lipide sind natürlicherweise unter anderem in der Hornschicht enthalten.

Aber auch die derzeit so angesagten Körperöle bringen viel – und das, obwohl sie selbst gar keine Feuchtigkeit liefern. „Öle sind recht okklusiv, das da heißt, sie legen sich als Film auf die Haut und verhindern so das Abdunsten“, sagt Bayerl. „Im Sommer ist das nicht geeignet, aber jetzt helfen sie, Feuchtigkeit in der Haut zu halten.“ Mal ganz abgesehen davon, dass es herrlich ist, sich damit einzureiben – sie verteilen sich sehr gut, und viele duften, etwa durch zugesetzte ätherische Öle, einfach köstlich. Kleiner Trick gleich nach dem Duschen: Die Haut nur trocken tupfen, statt sie abzurubbeln, und sofort einölen, das verhindert vorschnelle Verdunstung und schleust Feuchtigkeit in die oberste Hautschicht. Oder Sie streichen nach dem Duschen die Wassertropfen von der Haut, emulgieren ein schönes Bio-Öl ein und duschen den Körper einmal kurz ab. Anschließend trocken tupfen, und Sie werden mit weicher Haut belohnt.

Bei sehr trockener Haut kann es eine Zeit lang nötig sein, jeden Morgen und jeden Abend zu cremen.

Das Projekt „mehr Feuchtigkeit“ können Sie aber auch beim Reinigen verfolgen. Wichtigste Regel: Verzichten Sie auf Schaumberge, denn mit den dafür zuständigen Tensiden waschen Sie den Hydrolipidfilm ab, genau wie mit heißem (Bade-)Wasser. Und auch beim Duschen gilt: möglichst wenig Schaum schlagen und immer gut mit klarem Wasser nachspülen. Oder gleich ein pflegendes Duschöl bzw. rückfettende, eher cremige Duschzusätze verwenden.

Fürs Gesicht reicht morgens warmes Wasser – das, was sich während der Nacht auf dem Teint ablagert, ist wasserlöslich. Erst abends gilt es, Schmutz und Make-up zu entfernen. Besonders mild sind cremige und lipidhaltige Make-up-Entferner. Anschließend nimmt ein Gesichtswasser („Toner“, „Cleanser“) letzte Reste von Schmutz, Make-up und kalkhaltigem Leitungswasser von der Haut. Aber:

„Benutzen Sie keine Toner mit Alkohol, er trocknet die zarte Gesichtshaut zusätzlich aus“, sagt Christiane Bayerl.

Wasserfestes Make-up ist darum bei trockener Haut keine gute Idee, denn es benötigt zum Entfernen immer Cleanser mit hoher Fettlösekraft. Haben Sie ein bisschen Geduld nach der Umstellung auf ein milderes Reinigungsverhalten und reichlich Fett und Feuchtigkeit: Der Hautzustand ändert sich nicht von heute auf morgen. Aber Sie sind auf einem sehr guten Weg.

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