Demenz-Risikofaktoren: Wie hängen Lebensstil und Demenz zusammen?

An Demenz zu erkranken, wünscht sich wohl niemand. Entsprechend wichtig ist es, frühzeitig mögliche Risikofaktoren gering zu halten.

Demenz-Risikofaktoren: Wie hängen Lebensstil und Demenz zusammen?

Wo liegen die Demenz-Risikofaktoren und wie kann ich selbst das Risiko verringern? ©iStock/Ponomariova_Maria

Was ist Demenz?

Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Demenz. Als häufigste gilt die Alzheimer-Erkrankung, bei der in bestimmten Hirnbereichen Nervenzellen durch Störungen im Haushalt des Botenstoffs Glutamat zugrunde gehen. Experten sprechen deshalb von neurodegenerativer Demenz. Die zweithäufigste Gruppe von Demenzerkrankungen ist die vaskuläre Demenz. Dieser Oberbegriff umschließt verschiedene Demenzformen, bei denen es zu Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße im Gehirn kommt, die Nervenzellen sterben in der Folge ab. Nicht immer ist es möglich, zwischen einer Alzheimer-Krankheit und der vaskulären Demenz zu unterscheiden. Manchmal existieren Mischformen.

Wie kann ich Demenz-Risikofaktoren minimieren, an Demenz zu erkranken?

„Der Lebensstil beeinflusst das Demenzrisiko“, sagt Christian Gerloff, Chef der Neurologischen Klinik und Poliklinik am UKE, in einem Vortrag auf der Gesundheitsakademie UKE zum Thema „Nur vergesslich oder schon dement?“. Und zwar sowohl bei der Alzheimer-Demenz als auch bei der vaskulären Demenz. Hoher Blutdruck, Diabetes, Fettleibigkeit sowie dauerhaft erhöhte Cholesterinwerte vergrößern etwa das Risiko, an einer vaskulären Demenz zu erkranken. Hier lässt sich gut durch eine entsprechende Diät oder durch Sport vorbeugen. Demenz-Risikofaktoren können Sie also entgegen wirken.

Egal ob vaskuläre oder Alzheimer-Demenz – grundsätzlich gilt: Wer sein persönliches Risiko senken und gering halten möchte, sollte nicht rauchen. Denn: „Bei etwa 14 Prozent der Erkrankten ist das Rauchen der Grund für die Erkrankung“, so Jürgen Gallinat, Psychiater, Chef der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE. Genauso lohnt es sich, das Gehirn mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren. „Also verzichten Sie auf das Navigationssystem und lassen Sie Ihr Gehirn arbeiten. Wer es gebraucht, hat einfach mehr davon.“

Vielleicht helfen auch Entspannungsübungen weiter – denn Stressmanagement ist wichtig, damit sich das Gehirn auch mal erholen kann. Wer seinem Gehirn etwas Gutes tun will, bewegt sich ausreichend. Sportliche Bewegung verbessert nicht nur die Sauerstoffversorgung, sie pflegt zudem die Kommunikation der Nervenzellen untereinander und mit denen, die für Bewegung zuständig sind.

Was kann ich tun, wenn ich Angst habe, an Demenz zu leiden?

Menschen die Angst haben, sie selbst oder ihre Angehörigen könnten unter Alzheimer-Demenz zu leiden, können sich in sogenannten Gedächtnissprechstunden oder Memory-Kliniken diagnostizieren lassen. Aber ein schlechter werdendes Gedächtnis kündigt nicht zwangsläufig eine Demenz an. Erst wenn außerdem das Denkvermögen nachlässt, das Sprechen schwer fällt, Gegenstände nicht mehr erkannt werden,(Alltags-)Planungen nicht mehr gelingen wollen, oder die Orientierung schwer fällt, deute das auf eine Demenz hin – so Professor Christian Gerloff. „Halten diese Symptome mindestens sechs Monate an, dann sollten sie von einem Facharzt überprüft werden.“

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