Die Frischhalter

Antioxidantien können die Alterung der Haut nachweislich verlangsamen. Darum stecken sie in vielen Cremes – und natürlich in Obst und Gemüse

Die Frischhalter

© iStockphoto / Dusan Milovanovic

Wenn es um Anti-Aging geht, wird manchmal viel versprochen, was sich so dann nicht halten lässt. Über die Wirksamkeit einer Substanzgruppe diskutiert aber heutzutage niemand mehr: Antioxidantien. Sie fangen freie Radikale ab, die zum Beispieldurch Sonnenlicht, Stress oder Zigarettenrauch entstehen und für Alterungsprozesse im gesamten Körper sorgen. Und eben auch für vorzeitige Falten. Achten Sie auf folgende Nährstoffe:

Betacarotin liefert mit seinem orangeroten Farbton die Basis für eine gesunde Gesichtsfarbe, es lagert sich in der äußeren Hautschicht, unserer Epidermis, an. Aber das bewirkt noch mehr als einen frischen Teint. „Die Haut baut auf diese Weise einen leichten Sonnenschutz auf“, sagt die Dermatologin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann von der Hochschule Coburg. „Entstehende Radikale werden abgefangen, bevor sie schaden können.“ Übrigens lassen sich auch andere Antioxidantien in der Haut nachweisen, wenn man reichlich Obst und Gemüse isst, das zeigen Untersuchungen an der Charité Berlin. Und weil freie Radikale zudem bei Pickeln und anderen entzündlichen Hautkrankheiten im Spiel sind, wirkt sich eine hohe Konzentration von Antioxidantien in der Haut oft positiv auf den Heilungsprozess aus. Wer aber gezielt etwas für einen goldbraunen Teint tun will, isst viel Karotten, Brokkoli und Kürbis.

Selen und Zink sind Spurenelemente und werden als Bausteine von Enzymen zu Radikalfängern. Selen hat eine besonders starke antioxidative Wirkung und genießt deswegen einen Ruf als effektiver Schutz vor Krebs. Denn es ist Bestandteil eines Enzyms mit dem unaussprechlichen Namen Glutathionperoxidase, das Radikal-Angriffe auf unsere Gene verhindert. Zink stärkt das Immunsystem und beeinflusst die Zellteilung. Darum heilen Wunden schneller, und sogar Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis werden mitunter gemildert. Zink steckt in Fisch, Meeresfrüchten, Rindfleisch und Haferflocken, Selen in Garnelen, Steinpilzen und Paranüssen.

Vitamin C kann Pigmentflecke in der Haut verhindern und sogar aufhellen, indem es das Enzym Tyrosinase hemmt, das eine wesentliche Rolle bei der Pigmentbildung spielt. Und nicht nur das: „Vitamin C ist ein wichtiger Anti-Age-Wirkstoff, weil er die Kollagenbildung anregt“, sagt Michaela Axt-Gadermann. Kollagen besteht aus Proteinen und hat eine enorme Zugkraft, die unsere Haut straff und jung hält. Außerdem ist Vitamin C notwendig, um Vitamin E (siehe unten) zu regenerieren. Setzen Sie auf Zitronensaft, Paprika und Sanddorn.

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für verschiedene sogenannte Tocopherole. „Es gibt mindestens 16 verschiedene Vitamin-E-Formen, die in Kombination mit anderen Nährstoffen stärker und schwächer wirken“, sagt Michaela Axt-Gadermann. Auch Vitamin E sorgt für einen gewissen UV-Schutz und schützt Kollagenfasern. Zusätzlicher Nutzen: Es verbessert das Feuchthaltevermögen der Haut. Vitamin E steckt zum Beispiel in Nüssen, Mandelmilch und -mus, Sonnenblumen-, Weizenkeim- und Olivenöl. „Das Öl sollte wenig oder gar nicht erhitzt werden“, so die Professorin. „Geben Sie am besten einen kleinen Schuss über Rohkostgerichte, dann kann Vitamin E optimal wirken.“

Polyphenole findet man in fast allen Obst- und Gemüsesorten. Zu diesen sogenannten sekundären Pflanzenstoffen zählen zahlreiche Substanzen, die Erstaunliches bewirken können. „In Grüntee stecken vermutlich die wirksamsten Polyphenole“, sagt Michaela Axt-Gadermann.„Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die viel Grüntee trinken, seltener an Hautkrebs erkranken und dass sich die Hautalterung bei ihnen verzögert.“ Auch bei heißer Schokolade dürfen Sie zugreifen. „Bestimmte catechinhaltige Kakaosorten verbessern die Durchblutung und die Feuchtigkeit in der Haut“, so die Dermatologin. Catechine bilden die Bausteine für größere Polyphenole mit hohem antioxidativem Potenzial, die auch in Schwarztee vorkommen.

 

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