Rechtzeitig zur Darmkrebsvorsorge: Interview mit Dr. Christa Maar, Gründerin der Felix Burda Stiftung

Ziel der Felix Burda Stiftung und ihrer Projekte ist es, die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Darmkrebs drastisch zu senken. Wir sprachen mit der Gründerin der Stiftung, Dr. Christa Maar.

Rechtzeitig zur Darmkrebsvorsorge: Interview mit Dr. Christa Maar, Gründerin der Felix Burda Stiftung

So gesund: Frau Dr. Christa Maar, Sie sind Gründerin der Felix Burda Stiftung, von der Sie auch die geschäftsführende Vorständin sind. Können Sie uns einen kurzen Einblick geben, welche Ziele Sie mit der Stiftung verfolgen?

Dr. C. M.: Mein Sohn Felix starb mit 33 Jahren an Darmkrebs. Felix‘ erklärter Wunsch vor seinem Tod war, dass sich die Stiftung, die seinen Namen trägt, dafür einsetzen soll, dass anderen Menschen sein Schicksal erspart bleibt. Und das ist, was die Felix Burda Stiftung seit dieser Zeit tut. Es ist unser langfristiges Ziel, die Anzahl der jährlichen Darmkrebstoten in Deutschland drastisch zu senken.

So gesund: Die Verleihung des Felix Burda Award ist sehr bekannt, aber Sie machen mit Ihrer Stiftung noch so einiges mehr. Können Sie noch ein konkretes Projekt vorstellen?

Dr. C. M.: Ein Projekt, das am 1. Oktober in Bayern startete, richtet sich an junge Menschen zwischen 25–49 Jahren. Das Projekt FARKOR wurde ins Leben gerufen, um möglichst viele Menschen in Bayern unter 50 Jahren auf eine familiäre Veranlagung für Darmkrebs zu untersuchen. Wer eine solche Veranlagung hat, kann Beratungsleistungen, einen Test auf Blut im Stuhl sowie eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen. Damit können Menschen unter 50 mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko vorsorgen, ohne für die Kosten selbst aufkommen zu müssen. Die Vorsorgeleistungen werden von niedergelassenen Haus- und Fachärzten erbracht, die sich dafür speziell fortgebildet haben. Übergeordnetes Ziel ist es, dass weniger Männer und Frauen in dieser Altersgruppe an Darmkrebs sterben. Das Konzept ist so angelegt, dass es nach einem erfolgreichen Abschluss im Jahr 2020 auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt und von allen Gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden kann. Unter www.darmkrebs-in-der-familie.de können Sie mehr darüber erfahren.

So gesund: Wenn unsere Leser sich jetzt für die Arbeit der Felix Burda Stiftung engagieren wollen, gibt es Möglichkeiten? Was würden Sie ihnen raten?

Dr. C. M.: Ich empfehle jedem im Alter von 50 Jahren, die gesetzlichen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Außerdem gilt für alle Altersgruppen, dass man rasch zum Magen-Darm-Arzt gehen sollte, wenn es bereits Darmkrebs in der Familie gab. Und: Verraten Sie doch mal Ihrem Geschäftsführer oder dem Personalverantwortlichen Ihres Unternehmens, dass die betriebliche Darmkrebsvorsorge nicht nur Leben rettet, sondern sich auch fürs Unternehmen rechnet. Unter www.unternehmen-gegen-darmkrebs.de können Sie sich einen kostenlosen Leitfaden downloaden. Und abschließend: Die schlauen Leser gucken mal auf www.schnellcheck-darmkrebs.de. Hier klickt man sich in zwei Minuten durch wenige Fragen unseres Online-Tests und weiß danach, ob das Thema Darmkrebsvorsorge für einen selbst bereits relevant ist und was man tun sollte.

Die so gesund-Redaktion dankt Dr. Christa Maar herzlich für das Interview und für Ihr Engagement. Wir wünschen alles Gute und weiterhin viel Erfolg für diese Stiftung.

Dr. Christa Maar

Dr. Christa Maar

Eva Luise Köhler / Foto © Felix Burda Stiftung

Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres an Darmkrebs verstorbenen Sohnes. Zu den Projekten der Stiftung zählen u. a. der Darmkrebsmonat März, der Felix Burda Award, das größte Darmmodell Europas und die Gratis-Applikation APPzumARZT. Weiter Informationen gibt es auf www.felix-burda-stiftung.de.

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