Haare färben: Hab ich selbst gemacht!

Ja, es ist einfach, Haare zu Hause zu färben. Vorausgesetzt, man weiß, welches Mittel das richtige ist

Haare färben: Hab ich selbst gemacht!

© Mauritius Images

Mal schnell eine Tönung kaufen, um das erste Grau abzudecken oder um einfach mal anders auszusehen? Gar nicht so einfach. Das Regal mit den Haarfärbe­mitteln im Drogeriemarkt ist meterlang, die Auswahl schier überwältigend. So behalten Sie den Überblick.

Tönung ist nicht gleich Intensivtönung

Bei Tönungen lagert sich die Farbe einfach ans Haar an und ist nach acht bis zwölf Haarwä­schen herausgewaschen. Diese Produkte müs­sen niemals aus zwei Komponenten angerührt werden, man kann sie direkt aus der Verpa­ckung aufs Haar auftragen. Doch anders als früher muss man Tönungen (z. B. „Brillance Glanz­Tönungs­Gel“ von Schwarzkopf, um 4 Euro) heute suchen.

Der Grund für die Ver­drängung aus dem Markt: „Der Verbraucher wünscht ganz einfach dauerhafte Haarfarben“, sagt Dr. Astrid Kleen, Leiterin Forschung und Entwicklung Haarfarben bei Schwarzkopf. Wer graue Haare effektiv verschwinden lassen will, braucht mehr Farbkraft. Außerdem spielt un­sere Naturhaarfarbe eine Rolle: In Mitteleuro­pa ist das meistens Dunkelblond bis Hellbraun, die beliebte Haarfarbe Hellblond lässt sich nur mit mehr Chemie erreichen.

Auch einen küh­len Farbton (mit hohem sogenanntem Asch­anteil) bekommt man nicht mit einer Tönung aufgewärmt. Das schaffen nur Produkte, die im Haar selbst wirken. Und da gibt es zwei Kategorien: Intensivtönungen und Colorationen. Erstere empfiehlt Expertin Kleen gerade Einsteigern.

„Intensivtönungen kommen ge­genüber Colorationen mit sehr viel weniger Alkalisierungsmitteln und Wasserstoffperoxid aus.“ Diese Art der Haarfarbe wäscht sich sanft aus und hält bis zu 28 Wäschen (z. B. „Casting Creme Gloss“ von L’Oréal Paris, um 8 Euro). „Colorationen dagegen enthalten oft Ammoni­ak und deutlich mehr Oxidationsmittel“, so die Chemikerin.

Vorteil: Es lassen sich damit auch große Farbsprünge umsetzen. Allerdings muss hier die Farbe rauswachsen, und es ent­steht meistens ein harter Ansatz. Colorationen ohne Ammoniak sind generell etwas milder, manche verfügen zusätzlich über pflegende Öle (z. B. „Olia“ von Garnier, um 6 Euro).

Da­mit die Haarfarbe im Haar wirken kann, muss sie kurz vorher aus zwei Komponenten an­gemischt werden, man gibt zum Beispiel eine Creme in eine Flasche und schüttelt ordent­lich. Bei sogenannten Schaumcolorationen mischt sich der Schaum beim Druck auf die Düse selbst (z. B. „Perfect Mousse“ von Schwarzkopf, in 15 Farben, um 7 Euro). Weite­rer Vorteil für Anfänger: Schaum lässt sich besonders leicht im Haar verteilen.

Die Ökos machen es anders

Und was ist mit Naturhaarfarben? Sie lagern sich wie Tönungen nur von außen an und schaffen keine großen Farbsprünge. Aber sie gehen eine so starke Verbindung mit den Haa­ren ein, dass sie sich nicht oder nur sehr lang­sam herauswaschen. Nachteile: manchmal ein Ansatz, immer eine lange Einwirkzeit von mindestens einer Stunde. Der Vorteil: keine Chemie, und das Haar bekommt einen tollen Glanz (z. B. „Color Cream Pflanzenhaarfarbe“ von Sante, um 17 Euro).

Viele halten sich für dunkler, als sie sind

So weit der kurze Überblick. Bevor Sie jetzt zugreifen können, müssen Sie aber noch Ihre eigene Haarfarbe richtig einschätzen. Und das ist auch nicht so leicht. „Viele halten sich auf Anhieb für viel dunkler, als sie es in Wahrheit sind“, sagt Astrid Kleen. Schauen Sie sich dar­um die Vorher/Nachher-­Bilder auf der Ver­packung ganz genau an, halten Sie ggf. eine Haarsträhne daran. Oder nut­zen Sie eine App; im „Schwarzkopf Frisuren Styleguide“ z. B. kann man ein Foto von sich hoch­laden, und die App sagt ei­nem, welche Produkte man für seine Wunschhaarfarbe braucht.

 

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