Hausstaubmilben: Wie Sie sich bei einer Allergie schützen können

Der Frühling ist besonders hart für Allergiker? Stimmt nicht für alle, denn die allergene Belastung durch Hausstaubmilben ist am höchsten, wenn die Heizsaison beginnt. Worauf Sie achten sollten

Hausstaubmilben: Wie Sie sich bei einer Allergie schützen können

© Illustration: Deborah Massing

Ein Dauerschnupfen oder viel­leicht doch eine Allergie? Jeder Sechste reagiert allergisch auf die Ausscheidungen der Hausstaubmilben und fühlt sich mit Schnupfen, Husten und Kopfschmerzen wie stark erkältet. Jetzt ist es besonders schlimm, denn in der trockenen Heizungsluft gehen die mikroskopisch kleinen Spinnentiere massenhaft ein.

Das ist langfristig gut, setzt aber erst mal Unmengen ihrer allergieaus­lösenden Proteine frei. Was hinter Ihrem Schnupfen steckt, kann ein sogenannter Pricktest beim Hausarzt klären. Dafür wird die Haut am Unterarm angeritzt und mit präparierten Allergenen betupft. Bildet sich nach 20 Minuten eine juckende Quaddel, gilt das als Nachweis für eine Allergie. Doch manche Maßnahmen gegen Milben sind so einfach, dass man sie schon beim Verdacht auf eine Allergie mal ausprobieren kann.

1 Bett abschirmen

Milben ernähren sich vorwiegend von menschlichen Hautschuppen, die es im Bett massenweise gibt. Dazu ist das Klima dort feucht-warm – besser geht es für Milben nicht, darum befinden sich hier in einem Gramm Staub auch rund 1.500 davon. Effektive Abhilfe schaffen Schutzbezüge für Matratze, Kissen und Bettdecke, die die Allergene nicht durchlassen (Encasings, ab ca. 40 Euro). Auch wichtig: die Schlaffläche morgens für zwei Stunden lüften. Bettwäsche wird in der Waschmaschine bei 60 Grad milbenfrei.

2Morgens und abends stoßlüften

Hausstaubmilben können nicht trinken und leben vom Wasser in der Luft, darum empfehlen Allergologen rund ums Jahr maximal 45 Prozent Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen. Eine Wasserschale auf dem heißen Heizkörper ist keine gute Idee – unkontrollierbar viel verdunstet so. Zu feucht werden Räume auch durch dauergekippte Fenster. Bei Durchzug wird zudem unnötig viel Staub herein- und aufgewirbelt. Besser: Fenster tagsüber schließen, morgens und abends stoßlüften, den Thermostat auf gleichmäßige 21 Grad einstellen und ein Hygrometer anschaffen (ab ca. 10 Euro). Übrigens: Zimmerpflanzen sind nichts für Allergiker. Gerade Hydrokultur erhöht die Luftfeuchtigkeit zu sehr, zudem mögen Milben und Schimmelpilze Blumenerde. Und auch auf schwere Gardinen und sonstige Staubfänger sollten Hausstauballergiker verzichten.

3Teppich auslegen

Anders als lange gedacht sind textile Bodenbeläge mit kurzem Flor für Allergiker besser als Fliesen oder Parkett. Denn sie hindern den Staub daran, wieder aufzuwirbeln – insbesondere bei ganz trockener Luft fliegt er herum. Für jeden Bodenbelag gilt: mindestens zweimal wöchentlich reinigen, also feucht wischen bzw. saugen.

4 Polstermöbel absaugen

Auch in Sessel und Sofas gelangen Hautschuppen, weshalb dort reichlich Milben wohnen – die höchste Exposition haben Allergie-Forscher übrigens auf Sitzen in Bussen und Bahnen gemessen. Zu Hause und im eigenen Auto wirken kräftiges Staubsaugen sowie waschbare Bezüge und Überwürfe für Sofa und Sessel einer Atemwegsbelastung entgegen. Polstermöbel aus Leder oder vergleichbaren veganen Materialien erweisen sich hier als der effektivste Schutz, weil sie die Allergene nicht durchlassen. Und für die Sofakissen gibt es Encasings in den verschiedensten Formaten.

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