Heiße Tasse Tee

Tee wärmt, löscht den Durst und kann heilen. Spannende Fakten über das Getränk, die selbst überzeugte Teetrinker nicht kennen

Heiße Tasse Tee

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Erst mal einen Tee. Erst mal eine Pause. Wir lieben das Heißgetränk auch deswegen so sehr, weil man herrlich runterkommt, wenn man es sich zubereitet. Aber der dampfende Aufguss tut nicht nur auf diese Weise gut. „Tee sorgt für eine gute Flüssigkeitszufuhr, hat keine Kalorien und kann viele Beschwerden lindern“, sagt Gesundheitswissenschaftlerin und Heilpraktikerin Dr. Annette Kerckhoff aus Berlin. So kann Tee Arznei und Genuss sein. Was das Heißgetränk sonst noch kann und mag:

Tee liebt Deckel

Auf jeder Teetasse und -kanne sollte nach dem Aufgießen immer eine Abdeckung liegen. „Sonst verfliegen die heilsamen ätherischen Öle“, erklärt Buchautorin Dr. Kerckhoff („Tee zum Heilen und Genießen“, KVC Verlag, um 15 Euro). Lassen Sie auch das Kondenswasser am Deckel in den Tee tropfen, damit alle Inhaltsstoffe in das Getränk gelangen. Generell gilt: je Tasse einen gestrichenen Teelöffel der zerkleinerten und getrockneten Pflanze mit 150 Milliliter heißem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Bei Kindern und älteren Menschen sollte sowohl die Dosierung als auch die Ziehzeit verringert werden. Wer frische Pflanzen nutzt, muss etwa die doppelte Menge nehmen.

Tee kann wärmen und kühlen

Sorten wie Ingwer und Zimt sind im Winter besonders beliebt, da sie einen wärmenden Effekt haben. Pfefferminztee erfrischt dagegen, selbst wenn er warm ist. Deswegen wird er in vielen heißen arabischen Ländern zu jeder Gelegenheit serviert. Dr. Kerckhoff: „Die ideale Temperatur ist individuell. Es gibt Menschen, denen tun warme Getränke einfach gut – auch mit zunehmendem Alter sind warme Getränke oft bekömmlicher für Magen- und Darm und werden als angenehmer empfunden.“

Tee ist nicht gleich Tee

Doch wenn Tee nicht nur Durst, sondern auch Beschwerden lindern soll, muss es der richtige sein. „Dann empfiehlt sich der Kauf von Arzneitees aus der Apotheke. Sie werden nach den Richtlinien des Arzneibuchs angebaut, geerntet, verarbeitet und gelagert“, erklärt die Tee-Expertin. Das ist auch der Grund für den höheren Preis im Vergleich zu Tees aus Supermarkt oder Drogerie. „Letztere sind für den täglichen Gebrauch, haben aber nicht die Wirkung von Arzneitees.“ Denn in Alltagstees werden oft wirkstoffarme Pflanzenteile wie Stängel verarbeitet.

Tee mag Dunkelheit

Auch die Lagerung beeinflusst die Qualität und damit die Heilkraft des Tees. Er sollte vor Licht und Feuchtigkeit geschützt werden, damit sich die Wirkstoffe nicht verflüchtigen. „Am besten in Teedosen, Keramikbehältern, gefärbten Schraubgläsern oder einzeln vakuumverpackten Beuteln aus der Apotheke“, erklärt Dr. Kerckhoff. Samen von Fenchel oder Kümmel müssen vor dem Übergießen angestoßen werden, damit sie ihre ätherischen Öle freisetzen.

Tee hat Honig gern

Während Milch und Zucker den positiven Effekt von Tee oft beeinträchtigen, bringt die Kombination mit Honig Pluspunkte – zumindest bei zwei Arten von Tee. Erstens bei Einschlaftee, da der Honig selbst leicht beruhigend und schlaffördernd wirkt. Und zweitens bei Hustentee. „Da macht er das Getränk etwas zähflüssiger, sodass es langsamer den Hals herunterrinnt und die Schleimhäute besser benetzt“, so die Expertin. Wichtig: Kinder unter einem Jahr dürfen keinen Honig verzehren!

Tee ist flexibel

Ein Beutel, mehrere Wirkungen. Das kann nur Tee. Bleibt der Beutel vom schwarzen Tee nur kurz in der Tasse, ist das Getränk ein Muntermacher. Nach zehn Minuten dagegen verwandelt es sich in ein Anti-Durchfall-Mittel, denn dann haben sich auch die Gerbstoffe aus der Pflanze gelöst. Darum ist es generell sinnvoll, sich an die angegebenen Ziehzeiten zu halten.

Tee braucht Pausen

Trinken Sie Arzneitee morgens auf nüchternen Magen, eine Tasse gegen Mittag und eine gegen Abend, zwischen den Mahlzeiten. Und das maximal vier bis sechs Wochen lang. „Pausieren Sie dann oder variieren Sie die Sorte“, rät Expertin Kerckhoff. „Der Tee könnte sonst seine Wirkung verlieren oder schlechter verträglich werden.“ So gilt etwa Kamille bei langfristigem Gebrauch als austrocknend.

 

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