Impfung: Was passiert, wenn der Impfschutz fehlt?

Masern, Polio, Keuchhusten: Warum die Impfung immer noch so wichtig ist und wie Impfgegner ihre Skepsis begründen, erklären wir hier.

Impfung: Was passiert, wenn der Impfschutz fehlt?

Wie wichtig ist eine Impfung? / ©iStock/FotoDuets

Schadet eine Impfung meinem Kind? Diese Fragen beschäftigen viele junge Eltern. Und das, obwohl Impfungen zu den wirksamsten Maßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten gehören. Der Skepsis von Impfgegnern lässt sich rasch durch harte Fakten begegnen. Dauerhafte Schäden durch eine Impfung sind theoretisch zwar möglich. Sie stehen aber in keinerlei Verhältnis zum Risiko einer Nicht-Impfung. Wir haben wichtige Impfungen aufgelistet.

1. Masern

Die Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionen. Sie stellen weltweit weiterhin eine häufige Todesursache von kleinen Kindern dar. Und doch werden die Schwere der Erkrankung und der möglichen Komplikationen oft unterschätzt. Denn nach wie vor sterben weltweit zehntausende Menschen an einer Masern-Infektion. Nach Angaben der WHO waren es 2016 rund 90.000 Menschen. Tendenz steigend. Um Masern gänzlich zu eliminieren, müsste bei 95 Prozent der Menschen voller Impfschutz gegeben sein. Ein Problem. Denn gerade die Impfung gegen Masern lehnen Impfgegner ab. Diese Ablehnung ist jedoch basierend auf einer fehlerhaften Studie aus den 1990er-Jahren. Der Ersteller zog sie mittlerweile zurück.

2. Polio (Poliomyelitis)

Die Polio-Impfquote liegt in Deutschland bei etwa 95 Prozent – ein sehr beruhigender Wert. Allerdings kann eine Wiedereinschleppung nach Deutschland theoretisch jederzeit passieren. Denn noch immer gibt es Gebiete mit Poliovirus-Zirkulation. In Syrien zum Beispiel geschah genau dies. Infolge des Bürgerkriegs sanken die Polio-Impfquoten. 2013 kam es zu einer Welle von Ausbrüchen. Fehlender Schutz begünstigt also ganz klar die Wiederkehr der Kinderlähmung. Daher ist die Impfung auch weiterhin essenziell.

3. Keuchhusten

Keuchhusten ist eine tückische Krankheit. Der Immunschutz gegen die Erreger lässt nach Erkrankung mit der Zeit wieder nach. Das gilt aber auch für die Zeit nach der Impfung. Wichtig sind daher vor allem die Auffrischimpfungen im Vorschul- und Jugendalter. Erwachsene sollten zumindest einmalig gegen Keuchhusten geimpft sein. Eine Auffrischung nach zehn Jahren wird weiterhin empfohlen. Besonders für Säuglinge vor dem impffähigen Alter ist die Krankheit sehr gefährlich. Kommen sie mit den Erregern in Kontakt, kann Keuchhusten sogar bis zum Tod führen. Eine Impfung von Müttern während der Schwangerschaft ist daher empfehlenswert. So genießt der Säugling auch in den ersten beiden Lebensmonaten einen effektiven Schutz.

Impfung: Weiterführende Informationen

Ein Blick auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts ist sehr ratsam. Schauen Sie dafür auf www.rki.de oder www.impfen-info.de. Hier gibt es auch allgemeine Informationen zum Thema Impfen.

KOMMENTARE