Jivamukti Yoga: Was ist das eigentlich?

Was Sharon Stone und Sting gemeinsam haben? Unter anderem, dass beide Jivamukti Yoga praktizieren. Mehr zu Jivamukti in unserem Yoga-Quickie.

Jivamukti Yoga: Was ist das eigentlich?

Jivamukti Yoga wurde 1984 in New York entwickelt. Foto: Anupam Mahapatra/Unsplash

Was ist Jivamukti Yoga?

Jivamukti, sprich: Dschiewaaamuktiee und übersetzt “Befreiung der Seele”, ist eine dynamische Schwester des Hatha Yoga und wurde 1984 von Sharon Gannon und David Life in New York entwickelt. Hier geht’s zu einem Video einer Yoga-Stunde mit Sharon Gannon. Die beiden Begründer, sie Tänzerin, er Künstler, hatten jahrelang von indischen Meistern gelernt und davon ausgehend eine Methode erschaffen, die gut zu Yoga-Fans aus dem Westen passt. Denn ihr Yogastil ist dynamisch wie ein Workout und gleichzeitig tänzerisch und durch das Singen von Mantras spirituell. Während der Yoga-Praxis läuft laute Musik, Hip Hop oder Elektro, die die Ausführenden spielerisch von einem Asana zum nächsten trägt (hier eine kleine musikalische Auswahl). Besonders angenehm: Während der Schlussentspannung, dem Savasana, massieren in einigen Studios die Lehrenden den Nacken ihrer Schüler mit einer Lavendellotion. Sharon Gannon und David Life leiten heute das wohl größte Yoga Studio der Welt am Broadway. Dass Jivamukti so bliebt ist, liegt vielleicht auch daran, dass viele Prominente mitmachen, darunter Stars wie Madonna oder Sting.

Wie funktioniert Jivamukti Yoga?

Eine Jivamukti-Yoga-Session basiert auf fünf Säulen, die über die körperliche Praxis weit hinausgehen: Bhakti bedeutet Hingabe. Dhyana heißt Meditation. Bei der Säule Nada geht es um den Klang und das Chanten von Mantren, oftmals spielen die Lehrenden während der Stunde ein Harmonikum. Und Shastra bedeutet, dass sich die Yogins den Inhalt der heiligen Schriften vergegenwärtigen. Unter Ahimsa ist hingegen das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu verstehen, beispielsweise auch gegenüber Tieren, so dass sich viele Jivamukti-Yoga-Fans einem veganen Lebensstil verpflichtet fühlen. Die beiden Gründer sind ihrerseits bekennende Veganer und Tierschutzaktivisten.

Eine Jivamukti-Yoga-Session dauert etwa 90 Minuten und umfasst zumeist eine fließende Vinyasa-Yoga-Sequenz und damit sowohl Positionen, die im Stehen ausgeführt werden als auch solche, die dem Sitzen vorbehalten sind. Wie genau die Yogaeinheit aufgebaut ist, obliegt dem Lehrenden. Meistens aber beginnt die Stunde mit einem Warm-Up, dann folgt eine Meditation, ein Chanting, ein Shastra, also eine Reflexion zu den Schriften. Dann geht es an die Flow-Sequenz und unter Umständen das Ausführen der statischen Asanas. Im Shavasana entspannt der Praktizierende, die Lebensenergie Prana verteilt sich. Eine kurze Meditation und ein Chanting schließen die Sitzung ab.

Wie gesund ist Jivamukti Yoga?

Durch das Chanten, die Vergegenwärtigung einer ethischen Lebensweise und die Synchronisierung von Asanas und bewusstem Atmen (Pranayama) gilt Jivamukti Yoga als Meditation in der Bewegung. Geist und Körper werden durch die fließenden Übungen gleichermaßen angeregt – und das kann wohltuend und gleichermaßen herausfordernd sein. Die Gefahr einer Überlastung besteht. Deshalb sollten Anfänger erfahren im Vinayasa Yoga sein oder an Kursen teilnehmen, die sie auf Jivamukti Yoga vorbereiten. Die Ausbildung zum Jivamukti-Lehrenden ist langwierig und anspruchsvoll, doch seit 2002 findet man Studios, die Jivamukti Yoga anbieten, auch in Deutschland:

Unsere bisherigen Yoga-Quickies:

Yoga Quickie: Aerial Yoga
Yoga Quickie: Bikram Yoga
Yoga-Quickie: Yin Yoga

Noch mehr über Yoga erfahren:

Ist Yoga Sport oder Meditation, Karo Wagner?
Wie finde ich das richtige Yoga für mich?

KOMMENTARE

WORDPRESS: 0
DISQUS: 0