Jojo-Effekt: Sind Darmbakterien Schuld?

Abnehmen, zunehmen, abnehmen, zunehmen. Wissenschaftler präsentieren zwei neue Erklärungen, woran der ungeliebte Jojo-Effekt liegen könnte

Jojo-Effekt: Sind Darmbakterien Schuld?

© iStock/champja

Fast jeder, der sich schon einmal durch eine Diät gequält hat, kennt ihn: den Jojo-Effekt. Schon nach kurzer Zeit sind die Fettpölsterchen wieder da. Wer Pech hat, wiegt hinterher sogar mehr als vor der Diät.

Wissenschaftler vom Weizmann-Institut für Wissenschaften in Israel glauben, dass das an bestimmten Darmbakterien liegen kann. Sie stellten fest, dass übergewichtige Mäuse nach einer fettreichen Ernährung eine bestimmte Zusammensetzung von Bakterien im Darm, auch Mikrobiom genannt, aufwiesen. Diese Bakterien blieben aber auch nach einer erfolgreichen Diät im Darm und sorgten den Wissenschaftlern zufolge wahrscheinlich dafür, dass die Mäuse bei anschließender fettreicher Ernährung schneller wieder zunahmen. Die Forscher vermuten, dass der Jojo-Effekt bei Menschen ähnlich funktioniert. Wenn das stimmt, könnte Menschen nach einer Diät geholfen werden, ihr Gewicht zu halten, indem das Mikrobiom behandelt wird.

Außerdem zersetzten die Darmbakterien bestimmte Pflanzenstoffe vermehrt, sogenannte Flavonoide. Die Menge dieser Flavonoide war bei den Mäusen mit Jojo-Effekt also kleiner als bei normalgewichtigen Mäusen. Die Wissenschaftler vermuten, dass Flavonoide die Gewichtszunahme hemmen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitzschrift „Nature“. Wer also den Jojo-Effekt vermeiden möchte, könnte es damit probieren, viel Obst und Gemüse zu essen, das diese Pflanzenstoffe enthält, zum Beispiel Äpfel mit Schale, Rotkohl, rote Trauben oder Rote Bete.

Eine weitere Studie aus England, die in der Fachzeitschrift „Evolution, Medicine and Public Health“ veröffentlicht wurde, gibt unserem Gehirn eine Mitschuld am Jojo-Effekt. Sie besagt, dass das Gehirn kurze Radikaldiäten als Hungersnöte interpretiert und der Körper dementsprechend in den Phasen dazwischen dafür sorgt, dass mehr Fett als Reserve gespeichert wird. Der Tipp der Wissenschaftler: Besser ganz langsam abnehmen und durchgehend nur ein bisschen weniger essen als normalerweise.

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