Ist meine Mandelentzündung viral oder bakteriell bedingt?

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten sie oft auf: Mandelentzündungen – im Fachjargon Tonsillitis oder Angina genannt. In den meisten Fällen sind erkältungsbedingte Viren der Auslöser. Seltener handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Mandeln. Welche Merkmale zur Unterscheidung gibt es und was hilft wann?

Ist meine Mandelentzündung viral oder bakteriell bedingt?

Eine Mandelentzündung kann bakterielle oder virale Ursachen haben. / Foto: ©shutterstock/Rido

Für die richtige Diagnose einer Bakterien- oder Virusinfektion bei einer Mandelentzündung sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen. Allgemeinärzte oder HNO-Ärzte nehmen einen Mandelabstrich. Nachdem die Laborwerte da sind, kann die entsprechende Behandlung beginnen.

Bakterielle Infektion richtig behandeln

Bei einem bakteriellen Infekt ist ein Antibiotikum oft das einzige Mittel, um die Krankheit zu heilen. In der Regel dauert der Prozess etwa zwei Wochen an. Antibiotika sollte über die gesamte vom Mediziner verordnete Dauer eingenommen werden. Selbst wenn sich der Erkrankte wieder fit fühlt und die Ansteckungsgefahr nach 24 Stunden abklingt. Da sich Bakterien wie Streptokokken trotzdem noch im Körper befinden, erhöht sich ihre Anzahl bei vorzeitigem Absetzen des Antibiotikums mit großer Wahrscheinlichkeit. Bleibt die akute Tonsillitis unbehandelt und wird sie verschleppt, kann das unangenehme Folgen haben. Sie reichen von einem Peritonsillarabszess über eine Mittelohrentzündung und rheumatischem Fieber mit Gliederschmerzen bis hin zu Scharlach mit Hautausschlägen.

Virale Infektion wirkungsvoll heilen

Handelt es sich um einen virusbedingten Infekt, klingt dieser in der Regel nach wenigen Tagen von selbst wieder ab. Antibiotika helfen dabei nicht! Stattdessen unterstützen oft rezeptfreie Mittel aus der Apotheke die Heilung. Sie sollten allerdings nicht wahllos kombiniert werden, da es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann. Es kann sich also auch hier lohnen, sich bei einem Arzt zu erkundigen. Bei starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden wirken Rachen-Sprays und Halstabletten schmerzstillend und reizlindernd. Wirkstoffe wie Cetylpyridiniumchlorid in Halstabletten oder Hexamidin in Sprays sollen Krankheitserreger auf den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraums abtöten. Gegen Kopfschmerzen und Fieber etwa wirkt der Wirkstoff Ibuprofen antientzündlich und fiebersenkend. Auch Arzneimittel auf pflanzlicher Basis unterstützen den Genesungsprozess. Um die Entzündung zu hemmen, die Immunabwehr zu stärken und Schleimhautprobleme in Mund und Rachen zu lösen, werden zum Beispiel Dragees oder Tropfen auf Eibischbasis empfohlen. Viele Menschen empfinden das Lutschen von Halsbonbons, Halswickel sowie das Gurgeln mit Salzwasser, Kamillen- oder Salbeitee als wohltuend.

Mandelentzündung zusammengefasst: bakteriell oder viral?

Häufige virusbedingte Symptome

  • Laufende, verstopfte Nase Husten und belegte Stimme
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Leichtes Fieber bis ca. 38° Besserung nach etwa vier Tagen

Häufige bakteriell bedingte Symptome

  • Geschwollene, rote Mandeln und eitrige Punkte im Rachenraum
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Mundgeruch
  • Stark geschwollene Lymphknoten
  • Höheres Fieber
  • Besserung nur nach ärztlicher Behandlung

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