Movember: Ein Schnurrbart für Männergesundheit

Jeden November lassen sich Männer weltweit einen Schnauzer stehen - und machen damit auf eine Gesundheitskampagne für Männergesundheit aufmerksam

Movember: Ein Schnurrbart für Männergesundheit

© iStock/nito100

Auswahl gibt es genug: gezwirbelte Schnurrbärte à la Salvador Dalí, kurzrasierte, schmale Oberlippenbärte und üppige Schnauzer. Wichtig ist nur, dass sich die zuvor glatt rasierten Männer im Monat November überhaupt einen Schnurrbart wachsen lassen. Nur so können sie an der Gesundheitskampagne Movember teilnehmen.

Movember ist ein Kunstwort und aus aus dem französischen oder englischen moustache für Schnurrbart und November zusammengesetzt. Es bezeichnet einen Spendenmarathon, der ursprünglich aus Australien stammt. Die Idee der 2003 in Adelaide gestarteten Kampagne: Männer machen sich für Männergesundheit stark. Sie lassen sich 30 Tage lang Bärte stehen und verschaffen sich dadurch Aufmerksamkeit, mit der sie Geld für die Prostata- und Hodenkrebsforschung sammeln.

Dadurch möchten sie außerdem ein Bewusstsein schaffen für Männergesundheit. Denn Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich weniger als Frauen über Krankheiten austauschen und sich häufiger Risiken wie Nikotin oder Alkoholkonsum aussetzen. Allein in Deutschland wird das Prostatakarzinom Schätzung des Robert Koch-Instituts zufolge jährlich 50.000 Mal diagnostiziert. Als wenig bekannt gilt, dass gesetzlich krankenversicherte Männer ab dem 45. Lebensjahr einen Anspruch auf die Teilnahme am Krebsfrüherkennungsprogramm haben.

Auf der australischen Movember Facebookseite haben sich mehr als 75 000 Menschen mit der Aktion solidarisiert, auf der deutschen sind es fast 25 000. Die Unterstützer und Unterstützerinnen nennen sich selbst „Mo Bros“ und „Mo Sistas“.

Wer am Movember teilnehmen möchte, kann sich ab dem 1. November einen Schnurrbart züchten und ein Beweisfoto auf movember.com hochladen. Dann werden, ähnlich einem Spendenlauf, Gelder eingetrieben. In Deutschland kommen die Spenden etwa dem Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) zugute. Ab dem 1. Dezember darf dann wieder rasiert werden. Das Engagement lohnt sich: In Australien kann sich die November Bewegung als größter nicht staatlicher Geldgeber auf dem Gebiet Prostatakrebs nennen.

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