Schlauer putzen

Was ist beim Saubermachen angemessen und was übertrieben? Eine Wohnungsbesichtigung

Schlauer putzen

© Deborah Tyllack

KÜCHE

Sie ist der hygienische Hotspot der Wohnung, und zwar wegen der Lebensmittel, die hier verarbeitet werden. Da rohe Fleischwaren – vor allem Geflügel – häufig mit Keimen belastet sind, sollte alles, was damit in Kontakt kommt, sofort gereinigt werden: Arbeitsflächen feucht wischen (Lappen danach heiß spülen, waschen oder entsorgen) und Bretter, Messer etc. am besten in die Spülmaschine geben. Geschirrtücher, Schwämme und Lappen jede Woche wechseln und den Kühlschrank monatlich reinigen.

BAD

Die Gefahr, sich hier zu infizieren, ist gering. Aggressive Reinigungssubstanzen wie Chlorhaltiges oder anorganische Säuren braucht man deshalb nicht, besser sind Essig oder Zitronensäure. Viel wichtiger als das Putzen ist sowieso die eigene Reinlichkeit: Waschen Sie sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände! Handtücher werden einmal in der Woche gewechselt – oder wenn sie stark verschmutzt sind. Da Keime es gern feuchtwarm mögen, sollten Handtücher möglichst schnell trocknen können.

WOHNZIMMER

Staub und Wollmäuse sind eher ein optisches als ein hygienisches Problem. Bei normaler Verschmutzung reicht wöchentliches Saugen. Wer kleine Kinder oder haarende Tiere hat, muss eventuell öfter ran. Glatte Böden reinigt man durch feuchtes Wischen mit einem sparsam dosierten Allzweckreiniger. Denn bei Putzmitteln gilt keineswegs „viel hilft viel“. Desinfizierende Mittel sind nicht notwendig. Sie bringen kein Hygiene-Plus, aber Nebenwirkungen wie Allergien. Lüften dagegen kann das Ansteckungsrisiko senken.

FLUR

Erste Sofortmaßnahme für mehr Hygiene: Straßenschuhe draußen lassen oder im Flur ausziehen. Laut einer Studie der University of Arizona sammeln sich an den Sohlen neuer Schuhe in zwei Wochen bis zu 420 000 Keime, darunter viele Kolibakterien aus Fäkalien. Sinnvoll außerdem: Regelmäßig die Türklinken reinigen, denn gerade im Eingangsbereich werden diese besonders oft angefasst. Und während Viren auf der Haut nur etwa drei Stunden überleben, halten sie auf dem Türgriff bis zu 2,5 Tage durch.

SCHLAFZIMMER

Einen halben Liter Flüssigkeit schwitzen wir jede Nacht aus. Deswegen: Bettzeug und Schlafzimmer morgens lüften. Sonst gedeihen Keime, Milben und Schimmelpilze besonders gut. Alle zwei bis drei Wochen das Bett neu beziehen, für Bettwäsche und Handtücher reicht eine Maschinenwäsche bei 30 bis 40 Grad meist aus, bei Immunschwäche oder sehr ansteckenden Erkrankungen (wie Magen- Darm-Infekten) können 60 Grad sinnvoll sein. Das Umweltbundesamt rät, die Hygiene dann mit dem Arzt abzusprechen.

 

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