Urlaub an der Nordsee: Heilkraft eines besonderen Reizklimas

Reizklima reizt sprichwörtlich das Immunsystem dazu an, besser zu arbeiten. Und das wiederum aktiviert die Selbstheilungskräfte. Diesen Effekt macht die Nordsee als Reiseziel so einzigartig.

Urlaub an der Nordsee: Heilkraft eines besonderen Reizklimas

Urlaub an der Nordsee ©iStock/pkazmierczak

Feine Sandstrände, reetgedeckte Häuschen, wilde Dünen und grüne Deiche auf denen Schafe grasen – die Nordsee strahlt mit ihrer rauen Küste und den 12 Urlaubsinseln eine ganz eigene Idylle und Ruhe aus. Neben der traumhaft schönen Landschaft, hat Ferien an der Nordsee einen spürbar positiven Einfluss auf die Gesundheit. Bereits zwei Wochen reichen aus, um Hautkrankheiten oder Atemwegsbeschwerden zu lindern. Die Heilkraft liegt im sogenannten Reizklima, das sich aus den Faktoren Temperatur, Salzgehalt, UV-Strahlung, Wind und Luftfeuchtigkeit zusammensetzt.

Warum bereits ein langer Strandspaziergang heilend auf Lunge und Haut wirkt

Die starke Meeresbrise sorgt zum einen dafür, dass Allergene wie Pollen oder Gräser keine Chance haben, zum anderen sorgt die Luftzirkulation für stetig frischen und überdurchschnittlich sauberen Sauerstoff. In den Herbst- und Wintermonaten ist die Luft dort am reinsten. Die eigentliche Kraft liegt in dem maritimen Aerosol. Damit ist der hohe Gehalt an Salz, Jod, Magnesium und Spurenelementen in der Atmosphäre gemeint, die in Form von mikroskopisch kleinen Tröpfchen bis in die Lungenbläschen eindringen. Das Salzgemisch löst den Schleim, was bei Menschen mit chronischer Bronchitis oder Asthma wie eine Befreiung wirkt. Aber auch der Haut tut das Aerosol gut, es legt sich als feiner Film auf den Körper und lindert so Juckreiz, Neurodermitis und Schuppenflechte. Je näher man sich an der Brandung aufhält, desto mehr Aerosol liegt in der Luft. Ausgedehnte Strandspaziergänge sind also wie eine Mini-Kur für Haut, Lungen und natürlich auch für die Seele.

Wie das Nordsee-Reizklima auf den Organismus wirkt

Wer schon einmal an der Nordsee war, kennt das Phänomen: Die ersten beide Tage fühlt man sich schlapp, müde und irgendwie leicht benebelt. Spätestens am dritten Tag verwandelt sich das träge Gefühl in frische Energie und Tatendrang. Auch das hat mit dem Reizklima zu tun, an das sich der Körper erst noch gewöhnen muss. Die raue Meeresluft, der schnelle Temperaturwechsel, das intensive Sonnenlicht – deshalb eincremen nicht vergessen – und die hohe Luftfeuchtigkeit fordern der Organismus heraus. Doch bereits nach einer kurzer Erschöpfungsphase, stellt er sich von ganz alleine auf die neuen Klimabedingungen ein, indem er das Immunsystem quasi auf Vordermann bringt. Das härtet ab und macht den Körper langfristig weniger anfällig für Krankheiten. Gleichzeitig wird die Produktion des entzündungshemmenden Vitamin D angeregt. Positiver Nebeneffekt: Auch der Grundumsatz, also der durchschnittliche Kalorienverbrauch erhöht sich, was sich durch einen gesteigerten Appetit bemerkbar macht.

Für wen sich ein Urlaub an der Nordsee eignet

Der Aerosolgehalt ist an der Nordsee im Vergleich zu Ostsee wesentlich höher. Für Menschen, die im Frühjahr mit Allergien zu kämpfen haben, endlich mal wieder frei durchatmen wollen, unter hohem Blutdruck oder allgemeiner Erschöpfung leiden, wirkt die Nordsee wie eine ganzheitliche Therapie. Nicht zuletzt sorgt auch die vermehrte Ausschüttung körpereigener Endorphine dafür, sich zufriedener, belastbarer und allgemein innerlich stabiler zu fühlen. Letztendlich sind es nämlich die Glückshormone, welche die Selbstheilungskräfte aktivieren, die auch noch lange nach dem Urlaub wirken. Darum ist die Nordsee nicht nur eine Ziel für Menschen, die bereits mit Beschwerden zu kämpfen haben, sondern auch ideal für Gesunde, die es auch bleiben wollen. Und das Beste: Die Nebenwirkungen sind – wenn überhaupt – allesamt positiv.

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