Online-Sprechstunde startet in Deutschland

Die reine Online-Sprechstunde soll bald auch in Deutschland ankommen. Das Pilotprojekt DocDirekt bringt Ärzte und Patienten auf digitalem Weg zusammen.

Online-Sprechstunde startet in Deutschland

Online-Sprechstunde startet in Deutschland ©iStock/chombosan

Diagnose über das Internet: Im Bedarfsfall soll zukünftig eine ausschließliche Online-Sprechstunde für Patienten in einem Pilotprojekt möglich sein. Das berichtete kürzlich der SPIEGEL. Patienten können demnach auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt nur über Kommunikationsmedien wie Skype vom Arzt behandelt werden. In der Schweiz oder den USA sind solche Behandlungsmethoden bereits Standard. Nun soll die Online-Sprechstunde bald auch in Deutschland ankommen: Das Testprojekt ist für März 2018 in Baden-Württemberg geplant.

Online-Sprechstunde hat viele Vorteile

Vor allem ländliche Gebiete könnten von der Möglichkeit der Online-Behandlung profitieren. Dort nähern sich viele behandelnde Ärzte bereits dem Rentenalter. Es wird also früher oder später zu Engpässen bei der Versorgung kommen. Doch auch für Großständte bringt die Telemedizin große Vorteile mit sich: So kann ein Arzt eine größere Anzahl von Patienten mit weniger Wartezeit behandeln. Auch das Risiko für eine Ansteckung im Wartezimmer fällt bei einer Online-Behandlung weg.

Aktueller Stand der Telemedizin

Die Bundesärztekammer weigerte sich bisher stets gegen eine reine Online-Behandlung. Der Patient und der Arzt mussten sich vor einer digitalen Sprechstunde mindestens einmal persönlich begegnet sein.
Baden-Württemberg bildet hier allerdings eine Ausnahme. Bereits im Sommer 2016 hatte die Landesärztekammer in diesem Bundesland ihre Berufsordnung geändert. Das Ziel: die Ermöglichung ausschließlicher ärztlicher Fernbehandlung auf der Basis von Modellprojekten.

Das Pilotprojekt DocDirekt

Für März 2018 plant die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) in diesem Rahmen das Telemedizin-Projekt DocDirekt in Stuttgart und Tuttlingen. Dort ist es für Patienten dann möglich, sich von Ärzten per Telefon oder Videotelefonie medizinisch beraten zu lassen.

Vor der Behandlung ist die Aufklärung des Patienten über die Besonderheiten einer Online-Sprechstunde durch den Arzt Pflicht. Im Verlauf der Untersuchung muss der Mediziner alles gründlich dokumentieren und die Befunde festhalten. Danach stellt der Arzt dem Patienten bei Bedarf einen Berechtigungscode aus. Damit kann sich der Patient noch am selben Tag an eine Praxis wenden, die am DocDirekt-Projekt teilnimmt. Diese nennt man PEP-Praxen (patientennah erreichbare Portalpraxen).

Zur Zeit sucht die KVBW stets nach weiteren Ärzten und Praxen, die dem Projekt aufgeschlossen gegenüberstehen.

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