Nachhaltiger Trend: Plocka Upp! Plogging für die Umwelt

Plogging setzt sich aus „plocka upp“ (Schwedisch für aufheben) und Jogging zusammen.  Damit verbinden Sportler ihr Training mit dem Umweltschutz.

Nachhaltiger Trend: Plocka Upp! Plogging für die Umwelt

Der Trend des Plogging geht nach Deutschland über. Doch worum geht es bei diesem neuen Phänomen und wie genau hilft es der Umwelt?

Wie geht es?

Ganz einfach: Laufschuhe anziehen, Mülltüte in die Hand nehmen und los joggen. Man muss vermutlich nicht lange warten, bis man auf weggeworfene Coffee-to-Go-Becher, Zigarettenschnipsel oder Verpackungen jeder Art trifft. Leider. Der achtlos weggeworfene Müll wandert dann in die Tüte und anschließend in die Mülltonne.

Wer hat das Plogging erfunden?

Der Schwede Erik Ahlström war genervt vom herumliegenden Müll in Stockholm und begann, beim Joggen den Abfall aufzusammeln. Anfangs wurde er belächelt. Dann gab es erste Medienberichte, und immer mehr Mitstreiter schlossen sich ihm an. Schließlich gründete Ahlström die Mitmach-Plattform „Plogga“, zu der auch eine Instagram-Seite gehört.

Wo kann man Ploggen?

In fast allen Großstädten finden sich Läufer zum gemeinnützigen Plogging über soziale Medien zusammen. Ahlströms Internetseite Plogga.se kündigt regelmäßig Lauf-Events in Schweden und im Ausland an. Die Facebook-Gruppe Plogging Cologne zählt inzwischen fast 400 Mitglieder.

Den Berliner Ploggern hat sich Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel angeschlossen. In Essen ist die Walkerin Erika Hoffmeister Plogging-Fan: „Es geht nicht darum, die Arbeit der Stadtreinigung zu übernehmen sondern einen Denkanstoß zu geben“, sagt sie. „Wenn man die Zeitungen aufschlägt und verendete Tiere mit Plastik im Körper sieht, hat man das Gefühl, das Thema spitze sich zu. Deshalb finde ich es gut, wenn sich möglichst viele Menschen an Aktionen wie dem Plogging beteiligen und darauf aufmerksam machen, dass Müllvermeidung ein Thema ist, zu dem alle etwas beitragen können.“ Auch außerhalb Deutschlands, in den USA, Russland oder Chile hat sich die Plogging-Bewegung dank sozialer Plattformen inzwischen stark verbreitet.

Warum gibt es überhaupt so viel Müll in den Städten?

Mit dem „Food-to-go-Trend“ geraten zunehmend mehr Einwegverpackungen und Einwegbecher in Umlauf. Allein 320.000 Coffee-to-Go Becher wandern pro Stunde ungefähr über deutsche Verkaufstresen – und längst nicht alle davon landen im Müll.
Für das absichtliche oder achtlose Verschmutzen der Umgebung haben Wissenschaftler ein Fachwort geprägt: „Littering“. Warum „gelittert“ wird, ist schwer zu sagen. Als Gründe für das Wegwerfen werden häufig Bequemlichkeit, Faulheit und Gleichgültigkeit genannt, so Dr. Rebekka Gerlach von der Humboldt-Universität in Berlin. Wer selbst etwas achtlos in die Natur wirft, wird vermutlich sagen, dass gerade kein Mülleimer in Sichtweite war. Und da, wo sich bereits ein Müllhaufen gebildet hat, folgt weiterer Abfall. Als Haupt-„Litterer“ gelten Erwachsene bis 30 Jahre.
Plogging ist neben den Stadtreinigungen eine Möglichkeit, für saubere Städte zu sorgen. Aber in erster Linie geht es beim Plogging um die Botschaft, weniger Müll zu produzieren. Also statt Coffee-To-Go-Becher Mehrfachbecher zu benutzen und in Unverpackt-Läden oder auf dem Markt einzukaufen.

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