Warum sind Rosen so gesund, Sven Jacobsen?

Rosen sehen nicht nur wunderschön aus, sie schmecken auch gut. Ein Interview mit Rosenzüchter Sven Jacobsen.

Warum sind Rosen so gesund, Sven Jacobsen?

Rosenzüchter Sven Jacobsen stellt seine eigene Rosenmarmelade her. In seinem Garten wachsen etwa 1000 Rosen. Foto © Sven Jacobsen

Herr Jacobsen, Sie züchten direkt an der Nordsee Rosen, aus denen Sie Rosenmarmelade herstellen. Sind Rosen gesund? 

Die Rose an sich ist schon gesundheitsfördernd. Einerseits kommt sie in der Kosmetik zum Einsatz, hier werden Cremes zur Hautpflege hergestellt. Sie soll auch gut für Herz- und Kreislauf sein. Außerdem verwendete sie der Arzt und Wissenschaftler Paracelsus im 16. Jahrhundert bei Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Und natürlich sind ihr Anblick und ihr Duft Erholung pur.

Dann haben Sie einen sehr gesunden Arbeitsplatz.

Absolut. In meinem Garten wachsen ungefähr 1000 Rosen, es ist ein traumhafter Anblick und morgens und abends halte ich mich dort gerne auch jenseits der Pflege und Ernte auf. Ich sag immer: Wenn mit meinem Rosengarten in der Nähe einer Großstadt leben würde, könnte ich für das Unkrautjäten Geld nehmen, es würden sich genug Freiwillige finden – so schön und erholsam ist es.

Und ist Ihre Rosenmarmelade gesund?

“Rosenmarmelade macht glücklich, und Glücklichsein ist gesund!”, antworte ich auf diese Frage ein bisschen scherzhaft. Denn ganz klar: Meine Rosenmarmelade besteht wie alle Marmeladen zu einem Großteil aus Zucker. Und Zucker ist der Gesundheit nicht besonders zuträglich. Wenn man einen Klecks Rosenmarmelade in einem Sahnejoghurt verrührt und sich nur das Rosenaroma entfaltet, ist das vermutlich schon gesund. Anders sieht es mit einem buttrigen Croissant mit einer dicken Schicht Rosenmarmelade aus. Aber auch hier macht die Dosis das Gift. Und schmecken tut beides.

Wozu passen Ihre Marmeladen außer zu Joghurt und Brötchen?

Es kommt auf die Sorte an. Ich verarbeite zwölf verschiedene Rosenarten zu Fruchtaufstrichen, elf wachsen in meinem Garten, die zwölfte auf der Insel Sylt, die Sylter Heckenrose. Sie blüht dort ab Mai überall am Wegesrand, und die Marmelade mit ihrem kräftigen, kirschfruchtigen Aroma ist mein absoluter Verkaufsschlager. Die Gräfin Hardenberg schmeckt leicht nach Holunder und passt wie fast alle Rosenmarmeladen gut zu Käse oder Wild. Und Jude the Obscure ist durch den Hauch einer Zitrone prädestiniert für Fischgerichte. Ein Koch hat meine Marmelade sogar zu Algen gereicht! Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Welche Rosenmarmelade mögen Sie am liebsten?

Geschmacklich wechselt es immer, aber ich tendiere mehr zu den milden und lieblichen Sorten. Die fruchtige Gräfin Hardenberg mag ich sehr. Oder die Lady Like mit ihrem zarten Rosenaroma. Optisch gefällt mir am besten die Charles Austin, das ist eine Strauchrose mit dunkelgrünen Laub, und wenn sie blüht, dann in einem warmen Orange und Apricot. Herrlich! Eine wunderbare Rose, da geht mir richtig das Herz auf.

Sven Jacobsen

Sven Jacobsen

Sven Jacobsen

Sven Jacobsen kam durch Zufall zur Rosenmarmelade. Und zwar durch ein Rezept für Erdbeer-Rosen-Gelee seiner Urgroßmutter. Denn das schmeckte so gut, dass Jacobsen zu Experimentieren begann. Außerdem bemerkte er, dass der Marschboden am Deich und das milde Nordseeklima perfekt für die Pflanzen sind, die ursprünglich aus China, Persien und Sibirien stammen. Inzwischen verarbeitet Jacobsen unter dem Label »Rosenfeines« ungefähr 220 Kilogramm Blüten im Jahr zu Marmelade und beliefert damit Spitzengastronomen und regionale Betriebe aus der Umgebung.

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