Saubere Sache: Zahnpflege

Bei der Zahnpflege wird das Angebot an Helfern für zu Hause immer größer. Was für wen geeignet ist

Saubere Sache: Zahnpflege

© Image Source/Glow Images

Zahnseide – ein Must-have

Was das ist: Ein Faden reinigt die Zahnzwischenräume. Zu wem sie passt: Nachdem die amerikanische Gesundheitsbehörde jahrzehntelang Zahnseide als Mittel gegen Karies empfohlen hat, ist sie kürzlich von deren Ratgeberliste „Dietary Guidelines for Americans“ gestrichen worden. Der Grund: Dort dürfen nur Empfehlungen stehen, die wissenschaftlich glaskar belegt sind. Und das ist bei der Zahnseide bis heute nicht der Fall. Amerikanische wie deutsche Fachgesellschaften haben auf diese Entwicklung schnell reagiert: mit dem dringlichen Aufruf, dass weiterhin jeder Zahnseide verwenden solle. Ihr Nutzen in der Zahnpflege zeige sich in jeder Zahnarztpraxis, was nur fehle, seien bessere Studien. Das Argument: Die Zahnbürste erreicht nur 70 Prozent der Zahnoberfläche. Wie oft man sie anwendet: Einmal täglich vor (!) dem Putzen (z. B. „Essentialfloss“ von Oral-B, um 4 Euro).

Interdentalbürstchen – gut für Lücken

Was das ist: Die kleinen Bürsten reinigen zwischen den Zähnen. Zu wem sie passen: „Im Vergleich zu Zahnseide sind sie etwas einfacher im Gebrauch“, sagt Prof. Ralf Rößler, Zahnarzt der Praxishochschule Köln. Darum empfiehlt er sie gerade bei Parodontitis, denn entzündetes Zahnfleisch blutet schnell. Bei größeren Zahnzwischenräume sind sie ebenfalls besonders geeignet, aber es gibt sie auch in ganz fein, für eng zusammenstehende Zähne. Achten Sie auf Qualität (z. B. „Easy Brush“ von DenTek, 16 Stück um 4 Euro): Die grazilen Helfer können leicht abknicken und das Zahnfleisch verletzen. Wie oft man sie anwendet: Alle ein bis drei Tage vor dem Zähneputzen. Bei Parodontitis sogar zwei- bis dreimal täglich.

Interdentalsticks – bei Bedarf

Was das ist: Ganz schmale Silikonbürsten mit winzigen Lamellen, die ebenfalls die Zahnzwischenräume reinigen. Zu wem sie passen: Zu allen, die viel unterwegs sind und bei denen sich schnell mal Essensreste in den Zahnzwischenräumen verfangen. Die Bürstchen funktionieren wie ein Zahnstocher, nur gründlicher. Meistens wird eine Aufbewahrungsbox mitgeliefert (z. B. „EasyPick“ von Tepe, 36 Stück um 4 Euro). Wie oft man sie anwendet: Bei Bedarf.

Zungenreiniger – ergeben Sinn

Was das ist: Ein langer, flacher Schaber, der bakterielle Zungenbeläge entfernt. Zu wem er passt: Die Zunge zu reinigen beeinflusst bei jedem positiv den Biofilm (die Bakterien) im Mund. Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, aber „die für Parodontose und Karies verantwortlichen Bakterien lassen sich so reduzieren“, so Prof. Rößler. „Auch bei Erkältungen sollten wir die Zunge mitputzen, um ein paar Keime loszuwerden“, sagt Experte Rößler. Genau wie bei Mundgeruch. Wie oft man ihn anwendet: Einmal täglich morgens, mit dem Schaber (z. B. „Sicherer Atem Zungenreiniger“ von Meridol, ca. 4 Euro) mehrmals über die Zunge gleiten und ihn zwischendurch unter fließendem Wasser säubern.

Radiergummis – rubbeln Flecken weg

Was das ist: Die speziellen Zahnradierer aus Naturgummi sollen Verfärbungen von den Zähnen rubbeln. Zu wem sie passen: Wer zu Flecken durch Tee, Kaffee oder Rotwein neigt, kann probieren, diese mit einem Radierer zu entfernen. „Dessen weiche Oberfläche schafft jedoch niemals Zahnstein“, sagt Ralf Rößler. „Der ist so fest angelagert, dass er nur mit den Instrumenten beim Zahnarzt entfernt werden kann.“ Eine professionnelle Zahnreininung alle sechs Monate ist also trotzdem Pflicht. Wie oft man ihn anwendet: Höchstens einmal die Woche und nicht auf Kunststofffüllungen. Nach Gebrauch den Radierer (z. B. „Zahnradierer“ von Remos, ca. 10 Euro) mit Wasser reinigen und die Zähne putzen.

Schmerzlinderungsstift – für empfindliche Zähne

Was das ist: Im Stiel der Zahnbürste ist ein Gelstift integriert (z. B. „Sensitive Professional Schmerzlinderungsstift + Sensitive Zahnbürste“ von Elmex, ca. 15 Euro). Zu wem er passt: Freiliegende Zahnhälse sind oft sehr schmerzempfindlich, denn hier sind die Zähne weicher und von winzigen Reizleiterkanälchen durchzogen. Das Gel schließt die Kanälchen und legt einen Schutzfilm auf. Wie oft man ihn anwendet: Zweimal täglich nach dem Putzen das Gel eine Minute lang einmassieren

KOMMENTARE