Schlafmangel schafft Ja-Sager

Wer müde ist, lässt sich leichter beschwatzen, zeigt eine Studie. Wie man das Dilemma wieder auflösen kann

Schlafmangel schafft Ja-Sager

Übermüdung macht empfänglicher für Ratschläge, sogar für schlechte – obwohl man es eigentlich besser wüsste. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Psychologen der Universität Gießen.

Jan Häusser und sein Team hatten 96 Studenten mit und ohne Schlafdefizit Schätzaufgaben gegeben, etwa: Wie weit ist Rom von Paris entfernt? – und ihnen dazu Berater zur Seite gestellt. Diejenigen, die für die Studie 24 Stunden nicht geschlafen hatten, holten sich häufiger Rat als die Ausgeruhten und übernahmen eher Vorschläge, ohne sie in Frage zu stellen.

Die ausgeschlafenen Studenten dagegen lösten die Aufgaben eigenständiger und besser. In weiteren Tests stellen die Wissenschaftler bei den müden Teilnehmern fest: Wer seine Entscheidungen noch einmal (ohne Bewertung) vorgelegt bekam, der überlegte neu, fragte gezielter nach und kam zu genaueren Lösungen. Übertragen auf den Arbeitsalltag legt dieses Studienergebnis nahe: Wer erschöpft ist und trotzdem entscheiden muss, sollte sich nicht drängen lassen, und seine Entscheidung noch einmal überprüfen.

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