Sonnenschutz: Darauf sollten Sie in der Sonne achten

2003 war der wärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 2018 ist diesem Jahrhundertsommer dicht auf den Fersen. Sonnenschutz ist unerlässlich.

Sonnenschutz: Darauf sollten Sie in der Sonne achten

Das Thema Sonnenschutz ist wichtig. Darauf sollten Sie achten, bevor Sie in die Sonne gehen. / ©iStock/vvvita

Nicht immer lag die Bräune der Sonne im Trend: Mitte des 18. Jahrhunderts galt eine blasse Hautfarbe als Zeichen der wohlhabenden Oberschicht. Gebräunt waren nur Bauern und Proletarier. Dann kam Coco Chanel. Die Modeschöpferin kehrte 1923 von einem Tripp an die Riviera zurück und stieg in Monte Carlo sonnengebräunt von der Yacht des Herzogs von Westminster. Mit ihrem Sommerteint sorgte sie zunächst für einen kleinen Skandal, dann entwickelte sich daraus ein Schönheitstrend.

Vier Jahre später erschien das erste „sunnkissed“ Gesicht in der britischen Ausgabe der Vogue. In den 1960er Jahren befand sich Westdeutschland schließlich im Reisefieber. Wer gebräunt aus Italien zurückkehrte, demonstrierte, dass er sich einen Urlaub im Süden leisten konnte. Gebräunte Haut stand für Fitness, Blässe wurde eher mit Müdigkeit, Krankheit und Überarbeitung assoziiert.

Inzwischen ist aus gesundheitlichen Gründen wieder ein Porzellanteint angesagt – nicht nur in China, wo sich viele Frauen die Haut chemisch aufhellen. Denn inzwischen ist klar: Zu viele Sonnenbäder schaden. Die ultravioletten Strahlen lassen die Haut altern, vor allem drohen Veränderungen in den Hautzellen, die zu Krebs führen können. Menschen mit heller Haut und rötlichen Haaren sowie Menschen mit Sommersprossen sind besonders gefährdet. Sie tragen ein genetisch bedingt höheres Risiko, Hautschäden durch Sonne zu erleiden. Ein Sonnenschutz ist deshalb wichtig.

Wie lange wirkt mein Sonnenschutz?

Ein Lichtschutzfaktor 20 (LSF 20) bedeutet, dass Sie 20 Mal länger in die Sonne bleiben können, als Ihr Hauttyp ohne Sonnenschutz verträgt. Ein hellhäutiger Mensch dürfte ohne Schutz vielleicht zehn Minuten in der Sonne bleiben, mit LSF 20 entsprechend 200 Minuten, also knapp drei Stunden. Neueinreiben ist aber trotzdem wichtig, denn durch Schweiß oder Schwimmen wird die Creme von der Haut gewischt.

Experten empfehlen Kindern einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, Jugendlichen und Erwachsenen mindestens 20. Vorsicht: Oft werden beim Eincremen die sogenannten Sonnenterrassen vergessen. Das sind Stellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind, etwa Ohren, Nacken, Füße oder die Nasenspitze. Gerade an diesen Stellen, mit dünner, empfindlicher Haut, kann schnell ein Sonnenbrand entstehen.

Muss meine Sonnencreme teuer sein?

Nein. Zu diesem Ergebnis kommt Stiftung Warentest. 2017 etwa schnitten 18 von 19 Produkten mit „gut“ oder „sehr gut“ ab, egal, ob die Produkte teuer waren oder nicht. An allen kritisierten die Tester jedoch die Wasserfestigkeit der Mittel. Darauf könnten sich die Verbraucher laut der Experten nicht verlassen. Nach dem Baden sollte also nachgecremt werden.

Muss ich mich im Auto oder im Wintergarten eincremen – auch bei indirekter Sonne?

Ja. Denn wirksame Anteile der ultravioletten Strahlung können durch Glas gelangen, durch Fensterglas genauso wie durch Autoscheiben – insbesondere UVA-Strahlen. UVA-Strahlen gelten zwar als weniger gefährlich als UVB-Strahlen, die für die beliebte Bräune der Haut im Sommer verantwortlich sind. Doch auch die langwelligen UVA-Strahlen schaden. Sie dringen tief in die Haut ein, führen zu Falten und möglicherweise zu Krebs. Vorsicht: Auch bei einem bedeckten Himmel oder im Schatten bekommt die Haut immer noch rund 50 Prozent des UV-Lichts ab.

Kann ich meine Sonnencreme aus dem vergangenen Jahr nutzen?

Auf Sonnencremes steht in aller Regel ein Haltbarkeitsdatum, das zu beachten ist und das auch für geöffnete Flaschen und Tuben gilt. Bei guter Lagerung, beispielsweise im Keller oder im Kühlschrank, können die Produkte durchaus über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Wer seine Sonnencreme jedoch am Strand oder im Auto ständig großer Hitze aussetzt, riskiert ein rasches Nachlassen der Wirkung noch vor dem Ablauf des Verfallsdatum. Wenn sich Farbe und Geruch verändert haben, sollte die Sonnenmilch besser entsorgt werden.

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