Vorsorge: Geld sparen, Risikogruppen, Untersuchungen

Viele Krankheiten können bekämpft werden, wenn sie frühzeitig entdeckt werden. Dennoch werden entsprechende Angebote für Vorsorge oft nicht genutzt – sei es aus Angst vor einer Untersuchung oder aus Unwissenheit.

Vorsorge: Geld sparen, Risikogruppen, Untersuchungen

Vorsorge: Welche Untersuchungen werden in welchem Alter von der Krankenkasse übernommen? Bild: ©iStock/nensuria

Gesetzliche Krankenkassen bieten diverse Vorsorgeuntersuchungen und Maßnahmen, um Krankheiten früh zu erkennen oder gar nicht erst ausbrechen zu lassen. Dazu zählen Impfungen, aber auch der Besuch beim Zahnarzt oder Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Hinzu kommen medizinische Leistungen für Selbstzahler sowie genetische Tests. Letzteres ist jedoch nicht unumstritten und oft nur sinnvoll, wenn etwa ein familiär bedingtes Krankheitsrisiko vorliegt.

Individuelles Erkrankungsrisiko

Nicht jeder Mensch hat dasselbe Erkrankungsrisiko, das gilt besonders für viele Krebsarten. Wer ein erhöhtes Risiko vorweist – etwa durch genetische Belastung oder Vorerkrankung – kann intensivere Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. So haben Frauen beispielsweise, in deren Familie gehäuft oder in jungen Jahren Brust- oder Eierstockkrebs auftrat, Anrecht auf eine genetische Untersuchung, um das Erkrankungsrisiko besser einschätzen zu können und auch auf eine engmaschigere gynäkologische Vorsorge.

Geld sparen mit Bonusprogrammen

Die Krankenkassen motivieren mit verschiedenen Bonusprogrammen zur Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungsprogrammen. Wer nachweist, dass er in den empfohlenen Abständen beim Arzt war, erhält oft höhere Kostenerstattungen oder andere Vergünstigungen. Beispiel Zahnersatz: Normalerweise erstatten die Krankenkassen rund die Hälfte der Kosten. Hat der Patient mindestens fünf Jahre lang die jährlichen Kontrolluntersuchungen wahrgenommen, steigt der Zuschuss auf 60 Prozent.

Vorsorge: Nutzen versus Schaden

Nicht alle Untersuchungen und Screenings sind gleich sinnvoll, bei manchen ist der Nutzen wissenschaftlich nicht erwiesen. Dazu zählen vor allem die IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen), also Maßnahmen, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Bevor man eine vom Arzt empfohlene IGeL-Leistung in Anspruch nimmt, sollte man sich selbst informieren. Eine gute Orientierungshilfe ist der IGeL-Monitor. Unter www.igel-monitor.de kann man über die Vor- und Nachteile einzelner medizinischer Untersuchungen nachlesen. Speziell zum Thema Krebsvorsorge berät das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Vorsorge: Wichtige Fragen an den Arzt oder die Ärztin

Bei der Entscheidung für eine medizinische Leistung geben folgende Fragen Orientierung, die man mit dem Behandlungsteam besprechen sollte:

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, in meinem Alter diese Krankheit zu bekommen?
  • Hätte ich Vorteile davon, wenn die Krankheit frühzeitig entdeckt wird (zum Beispiel höhere Überlebensrate)?
  • Welche Nebenwirkungen gibt es und wie oft treten diese auf?
  • Wie häufig kommen falsch positive Testergebnisse (falscher Alarm) und falsch negative (übersehene Erkrankungen) vor?

Vorsorge-Checkliste: Wann ist welche Untersuchung wichtig?

  • Bis 25 (Frauen): Chlamydien-Test einmal jährlich
  • Ab 20 (Frauen): Vaginale Untersuchung zur Krebsvorsorge einmal jährlich
  • Ab 30 (Frauen): Jährliche Tastuntersuchung der Brust und Einweisung in die Selbstuntersuchung
  • Ab 35 (Männer und Frauen): Alle drei Jahre allgemeiner Check-up mit Blutdruckkontrolle und Blut- sowie Urinuntersuchung
  • Ab 35 (Männer): Alle zwei Jahre hautärztliche Kontrolle zur Vorsorge und Früherkennung von Hautkrebs
  • Ab 45 (Männer): Jährliche Untersuchung der Prostata und Genitalien zur Krebsvorsorge
  • Ab 50 bis 55 (Männer und Frauen): Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut zur Darmkrebsfrüherkennung einmal im Jahr
  • Ab 50 bis 69 (Frauen): Alle zwei Jahre Mammografie der Brüste
  • Ab 55 (Männer und Frauen): Zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren
  • Ab 65 (Männer): Einmaliger Ultraschall der Bauchschlagader zur Erkennung von Aneurysmen
  • jedes Alter (Männer und Frauen): Alle Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfohlen werden.

KOMMENTARE

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  • Gut zu wissen, dass Frauen ab 50 alle 2 Jahre eine Mammografie machen sollen. Ich bin 48 Jahre alt und Gesundheit ist mir ein wichtiges Thema geworden. Daher informiere ich mich gerne, um meine Vorsorgeuntersuchungen am besten zu planen. Danke für den Beitrag!

  • Gut zu wissen, dass Krankenkassen Bonusprogrammen anbieten, um die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren. Ich finde es wichtig, Vorsorge zu fördern. Ich werde definitiv meine Krankenkasse checken, ob ich solche Kostenerstattungen erhalten kann!

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