Das müssen Sie über eine Sonnenallergie wissen

Da kann man sich endlich im Liegestuhl räkeln ... und dann zwingt einen ein Ausschlag raus aus der Sonne. Das soll Ihnen nicht passieren!

Das müssen Sie über eine Sonnenallergie wissen

Woran erkenne ich, ob ich eine Sonnenallergie habe oder meine Haut auf etwas anderes reagiert?

Ganz einfach ist das nicht, selbst Hautärzte kommen angesichts juckender Bläschen ins Grübeln. Es gibt aber einen Anhaltspunkt: Wenn Kinndreieck und Kinnfalte nicht betroffen sind, spricht das für eine Reaktion, bei der Licht eine Rolle spielt – schließlich trifft hier selten Sonne auf die Haut.

Ist jede Sonnenallergie eine „Mallorca-Akne“?

Nein. „Sonnenallergie“ nennt man umgangssprachlich ganz verschiedene UV-Unverträglichkeiten. Zum Beispiel die polymorphe, also vielgestaltige Lichtdermatose, die bei dem einen Bläschen entstehen lässt, bei dem anderen Rötungen, beim Dritten pickelähnliche Knötchen. Welche körpereigenen Stoffe genau die Reaktion vermitteln, ist nicht lückenlos geklärt. Bei der „Mallorca-Akne“ ist die Ursache bekannt: das Zusammenspiel von Fetten, Emulgatoren und Sonne. „In eingecremter Haut bilden sich unter UV-A-Licht freie Fettsäuren, und die reizen die Haut“, sagt Prof. Christiane Bayerl, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden. Bis die Reaktion da ist, vergehen einige Tage. „Typisch sind zum Beispiel am vierten Urlaubstag schmerzhaft brennende Knöllchen“, so die Dermatologin.

Kann man sich vor Sonnenallergie schützen?

Ja, vor allem an den ersten Urlaubstagen schützt behutsames Sonnen vor Ausschlag. Gegen „Mallorca-Akne“ heißt das simple Mittel: fettfreie Gele und Fluids verwenden. Ob ihre Filter chemisch oder physikalisch sind, spielt keine Rolle. Beachten muss man viel eher, dass auch Tagescreme und Bodylotion Reaktionen durch Fette auslösen können. (Fettfreie UV-Produkte: z. B. Ladival, „Allergische Haut Gel LSF 50+“, 200 ml ca. 21 Euro; Eucerin, „Sun Allergie Gel 50+“, 150 ml ca. 20 Euro; La Roche-Posay, „Anthélios LSF 50+ Fluide Extrème“, 125 ml ca. 21 Euro)

Früher hab ich Sonne prima vertragen, jetzt nicht mehr. Warum?

Jeder zehnte Deutsche entwickelt eine Sonnenallergie, schätzt die „Ärzte Zeitung“. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass man zu dieser Gruppe gehört. Noch wahrscheinlicher ist es allerdings, dass die Sonne in Tateinheit mit anderen Substanzen eine phototoxische Reaktion auslöst. Wenn Sie neuerdings etwa ein Parfüm mit Bergamotte-Öl benutzen, könnte das der Verursacher sein, genauso wie Medikamente. Allein in Deutschland sind über 280 solcher Präparate bekannt – darunter vor allem Diuretika, Antibiotika wie Tretracycline, Antipsychotika und Johanniskraut.

Muss ich zum Arzt? Was hilft?

„Ob man mit einem Sonnenbrand zum Arzt gehen sollte, würde ich von der betroffenen Fläche abhängig machen“, sagt Professor Bayerl. „Sind beispielsweise nur die Schultern verbrannt, kann man in den ersten sechs Stunden zwei Aspirin nehmen, das blockiert die Entzündungsreaktion.“ Treten durch Verbrennungen am ganzen Körper Fieber und Schüttelfrost auf, kann ärztliche Hilfe nötig werden. Nicht so bei der Sonnenallergie. „Sie ist sehr quälend und störend, aber kein Grund, den Notarzt aufzusuchen.“ Hilfreich sind – neben Sonnenabstinenz – rezeptfreie Kortisoncremes und gegebenenfalls Antihistamintabletten.

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