Zeitumstellung: Wer hat an der Uhr gedreht?

Die Umstellung auf die Winterzeit findet jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober statt. Am 28. Oktober ist es wieder soweit.

Zeitumstellung: Wer hat an der Uhr gedreht?

Die Zeitumstellung kann die Gesundheit beeinflussen. / Bild ©iStock/Massonstock

In Deutschland glaubt eine große Mehrheit der Bevölkerung an die Abschaffung der Zeitumstellung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK. Demnach sind 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Drehen an den Uhren überflüssig ist und abgeschafft werden sollte.

Gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung

Mehr als jeder Vierte berichtet laut DAK von gesundheitlichen Problemen bei der Umstellung auf die Winterzeit. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) fühlen sich müde oder schlapp. 62 Prozent hatten schon Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. 39 Prozent konnten sich schlechter konzentrieren, 28 Prozent waren gereizt. Jeder elfte hatte sogar eine depressive Verstimmung. Vor allem Menschen im Alter von 45 bis 59 Jahren und Frauen leiden unter der Zeitumstellung.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag (27. auf 28. Oktober) werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. Bei einer Online-Befragung der EU-Kommission hatten sich im August 84 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung ausgesprochen, die meisten Menschen votierten für eine dauerhafte Sommerzeit.

Wie wirkt sich eine permanente Sommerzeit auf den Körper aus?

Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München warnt davor, die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit umzustellen. „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme. Das heißt: Wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger“, sagt er. Denn bei dauerhafter Sommerzeit müsse man an deutlich mehr Tagen im Dunklen aufstehen, und das habe Auswirkungen auf den Körper. Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich ebenfalls gegen eine permanente Sommerzeit aus.

Was kann ich tun, wenn mir der Wechsel schwer fällt?

Wohl jeder kennt es in der ein oder anderen Form: Wenn man einmal außer der Reihe sehr früh aufstehen muss oder eine Nacht durchgemacht hat, gerät der persönliche Biorhythmus vorübergehend durcheinander. Bei der Zeitumstellung ist das nicht anders. Mediziner raten, sich in der Übergangszeit mehr noch als sonst an der frischen Luft zu bewegen.

Seit wann gibt es die Zeitumstellung?

Erstmals gab es im Deutschen Reich während des Ersten Weltkrieges in den Jahren 1916 bis 1918 eine Umstellung auf Sommerzeit.In der Weimarer Republik wurden die Versuche wieder verworfen, bis die Nationalsozialisten die Sommerzeit zur Unterstützung der Kriegswirtschaft von 1940 bis 1945 erneut einführten. In den Nachkriegsjahren bis 1949 gab es ein regelrechtes Zeitchaos, da die Siegermächte bestimmten, wann in ihren Besatzungszonen die Zeit umgestellt wurde. Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 wieder eingeführt – mit dem Ziel, Energie zu sparen.

Wird die Uhr vor- oder zurückgedreht?

Eine beliebte Eselsbrücke kann helfen: „Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst stellt man sie zurück in den Schuppen.“

KOMMENTARE