Zuckerkrankheit: Diabetes mellitus – Symptome, Typen und Behandlung

Am Weltdiabetestag finden weltweit Informationsveranstaltungen zur chronischen Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus statt. Wir bieten einen Überblick über die Symptome bei Diabetes, die verschiedenen Typen und geben Tipps für Angehörige.

Zuckerkrankheit: Diabetes mellitus – Symptome, Typen und Behandlung

Welche Typen von Diabetes mellitus gibt es und wie kann man sie erkennen? / Foto ©iStock/vchal

Was genau ist Diabetes mellitus und wie kann man es erkennen? Nicht nur am heutigen Weltdiabetestag sollte man sich mit dieser Erkrankung beschäftigen.

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Die beiden wichtigsten Formen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes tritt ein absoluter Mangel an dem körpereigenen Hormon Insulin auf. Als Ursache gilt eine Fehlreaktion des Immunsystems, wodurch Insulin-produzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. Typ-2-Diabetes gilt als Altersdiabetes. Ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Wie äußert sich Diabetes?

Menschen, die an Diabetes leiden, haben oftmals einen sehr starken Harndrang und Durst. Aber auch Symptome wie Müdigkeit, trockene Haut und häufige Infekte können dafür sprechen.

Wie kann man Typ-1-Diabetes erkennen?

Typ-1-Diabetes gilt als häufigstes Stoffwechselleiden im Kindes- und Jugendalter mit deutschlandweit jährlich 25 000 Neuerkrankungen. Aktuellen Studien zufolge sollen es in zwölf Jahren sogar doppelt so viele sein. Besonders schwer wiegt dabei die Tatsache, dass der Typ-1-Diabetes oftmals erst dann erkannt wird, wenn mitunter lebensbedrohliche Symptome eingetreten sind. Ein neu entwickelter Test soll Abhilfe schaffen: Das Früherkennungsprogramm „Freder1k“ wird an elf Geburtskliniken in Sachsen angeboten und bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind direkt nach der Geburt kostenlos auf das Risiko einer Typ-1-Diabetes untersuchen zu lassen. Im Rahmen des Neugeborenen-Screenings entnehmen die Ärzte wenige Blutstropfen, anhand derer drei Diabetes-Risiko-Allele ermittelt werden. Ist das Ergebnis positiv, wird das Kind im Alter von sechs Monaten sowie zwei und vier Jahren erneut untersucht. So lässt sich feststellen, ob sich bei einem Kind Typ-1-Diabetes entwickelt.

Wie kann man Typ-2-Diabetes erkennen?

Mediziner stellen diese Diabetesform mit Hilfe eines Blutzuckertests fest. Normal ist ein Nüchternblutzucker unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Nüchternwerte zwischen 100 und 125 mg/dl können auf Diabetes-Vorstufe hinweisen. Das eigene Risiko lässt sich außerdem auf der Seite des Deutschen Instituta für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) mit Hilfe eines Fragebogens testen.

Wie wird Diabetes behandelt?

Bei Typ-1-Diabetes steigt der Blutzuckerspiegel durch die Abwesenheit der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Patienten müssen deshalb täglich Insulin spritzen. Bei Typ-2-Diabetes helfen neben regelmäßiger körperlicher Aktivität und einer gesunden Ernährung Medikamente, den Blutzucker in den Griff zu bekommen. Manchmal müssen sich auch Typ-2-Diabetiker Insulin spritzen.

Was sollten die Angehörigen von Diabetes-Kranken tun?

Angehörige beschäftigen sich mitunter genauso intensiv mit der Zuckerkrankheit wie die Betroffenen selbst. Deshalb werden sie als Typ-F-Diabetiker bezeichnet. F steht für Familie und Freunde. Sie erleben den Alltag hautnah mit – sei es bei den gemeinsamen Mahlzeiten, zu denen Insulin gespritzt werden muss, oder bei der Planung eines Urlaubs mit ausreichend Insulinpatronen und Teststreifen im Gepäck. Dennoch hat ein Großteil der Angehörigen noch nie an einer Schulung teilgekommen. Der Grund: Es gibt bislang kaum spezielle Angebote. Auch Angebote, in denen es um allein um die Belastungen der Angehörigen geht, fehlen. Das soll sich nun ändern. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) entwickelt deshalb nun Schulungsprogramme für Angehörige. Unterstützt wird er dabei vom Bundesministerium für Gesundheit. In einem ersten Schritt befragen die VDBD-Gesundheits- und Diabeteswissenschaftler nun die Angehörigen nach ihren konkreten Belastungen und Bedürfnissen. Dann soll ein speziell zugeschnittenes Angebot erstellt werden.

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